Wissenschaft
21.01.2021

Stiftung: Corona-Todesfälle durch Sepsis oft zu verhindern

Berlin (dpa) - Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Ein solcher Verlauf könne durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung oft verhindert werden.

Nach wie vor gebe es eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, sagte der Stiftungs-Vorsitzende Konrad Reinhart dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

«Ein großes Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht», erläuterte Reinhart. «Wer Anzeichen wie ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, Fieber, einen hohen Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost bemerkt, sollte auf keinen Fall abwarten und sofort ein Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen.»

Bei einer Sepsis - allgemein Blutvergiftung genannt - handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Diese schädigt Organe und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen. Eine Sepsis kann nicht nur im Verlauf einer Covid-19-Erkrankung entstehen, sondern auch etwa nach Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen und Grippeerkrankungen. Letztlich können Hunderte Erreger - Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze - eine Sepsis verursachen.

Nach Angaben der Sepsis-Stiftung sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten nach Darstellung der Stiftung gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt würde.

Der Intensivmediziner Reinhart fordert daher einen Nationalen Sepsisplan. Unterstützt werde diese Forderung von zahlreichen Fachgesellschaften, dem Robert Koch-Institut (RKI) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

© dpa-infocom, dpa:210121-99-113884/2



Thema des Tages

Nach Korruptionsverdacht: Nüßlein legt Amt nieder

Berlin/München (dpa) - Wegen der gegen ihn laufenden Korruptionsermittlungen im Zusammenhang mit Coronamasken-Geschäften zieht sich der CSU-Abgeordnete Georg Nüßlein aus der Bundespolitik zurück. »weiter
Lesen Sie auch:
  • EU und USA setzen wechselseitig verhängte Strafzölle aus
  • Erster Papst-Besuch im Irak erfüllt Hoffnungen der Christen
  • Bundesregierung setzt auf zügige Schnelltest-Angebote
  • Computer

    Gesetz zum Schutz von Kindern im Netz beschlossen

    Berlin (dpa) - Kinder und Jugendliche in Deutschland sollen bei der Internetnutzung besser vor Gefahren geschützt werden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple Watch weiter klare Nummer eins
  • Start-up-Initiative gegen Einführung der Luca-App
  • Youtube hält Tür für gesperrten Trump offen
  • Wissenschaft

    PEI-Sicherheitsbericht: Keine Bedenken bei Astrazeneca

    Langen (dpa) - Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca für ebenso gut wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Astronaut Gerst: Bei Esa-Bewerbung mit Ablehnung gerechnet
  • Russland: ISS soll bis 2028 im All bleiben
  • 17 Prozent aller Lebensmittel weltweit landen im Müll
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 14.008,50 -0,34%
    TecDAX 3.255,00 -0,48%
    EUR/USD 1,1917 -0,49%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation