Wissenschaft
13.01.2021

DNA von «Game of Thrones»-Wolf birgt Überraschung

New York (dpa) - Die Überreste tatsächlicher Exemplare des «Game of Thrones»-Wolfes haben Hinweise auf eine nur entfernte Verwandtschaft zu heute lebenden Tieren gegeben.

Wissenschaftler unter anderem aus Deutschland haben das Erbgut des vor 13.000 Jahren ausgestorbenen Wolfes untersucht. Canis dirus - der als «Schattenwolf» und Wappentier der Serie «Game of Thrones» berühmt wurde - sei genetisch so verschieden von heutigen Wölfen und Kojoten, dass er sich offenbar nicht mit ihnen fortpflanzen konnte. Das geht aus einer aufwendigen Untersuchung Dutzender Forscher in neun Ländern hervor, an der auch die Ludwig-Maximilians-Universität in München beteiligt war. Die Ergebnisse wurden im Wissenschaftsmagazin «Nature» vorgestellt.

Wegen der sehr ähnlichen körperlichen Merkmale zwischen Canis dirus und heute lebenden Tieren wurde bisher davon ausgegangen, dass sie sehr eng miteinander verwandt seien. Ihr Verbreitungsgebiet in Nordamerika habe sich zwar mindestens 10.000 Jahre lang überschnitten, trotzdem hätten sich keine Hinweise auf Kreuzungen gefunden. «Unsere genetischen Ergebnisse zeigen stattdessen, dass Canis dirus und heute lebende Wölfe sehr entfernte Cousins sind», sagt Co-Autor Kieren Mitchell von der Universität von Adelaide. Die Durham Universität verglich die Verwandschaft mit der von Menschen und Schimpansen.

Die Abstammungslinie des «Game of Thrones»-Wolfs habe sich vor rund sechs Millionen Jahren abgespalten. Die folgende «reproduktive Isolation» führte nach Vermutung der Forscher schließlich am Ende der Eiszeit dazu, dass Canis dirus genetisch schlecht für die neuen Umweltbedingungen gerüstet war und ausstarb. Ihre Erkenntnisse erlangten die Forscher durch die Analyse von teils mehr als 50.000 Jahre alten Überresten der Wölfe, aus denen Erbgut gewonnen und verglichen wurde.

© dpa-infocom, dpa:210113-99-11466/3



Thema des Tages

Bund-Länder-Beratungen zu Corona-Krise schon am Dienstag

Berlin (dpa) - Aus Sorge wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Deutschland
  • Medien: Niederländische Regierung zurückgetreten
  • Bundesamt genehmigt sofortigen Weiterbau von Nord Stream 2
  • Computer

    Amazon macht Alexa-Technik für Partner verfügbar

    Seattle (dpa) - Amazon stellt die Technologie hinter seiner Alexa-Software für Sprachassistenten anderer Anbieter zur Verfügung. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Corona-Warn-App wird ausgebaut und läuft auf älteren iPhones
  • Schul-Cloud des HPI mit über einer Million Nutzern
  • Kartellamt kann schärfer gegen Digitalkonzerne vorgehen


  • Wissenschaft

    Wie lange hält die Corona-Immunität nach einer Infektion?

    Berlin (dpa) - Es ist eine gute Nachricht, aber eine mit vielen Unwägbarkeiten: Eine Corona-Infektion könnte neuen Studien zufolge monatelang vor einer Neuansteckung mit dem Virus schützen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Bessere Stadtluft durch Lockdown? Effekt kleiner als gedacht
  • Der «Maulwurf» beendet sein Grabungsprojekt auf dem Mars
  • Esa-Chef: Europa muss bei Raketen an vorderster Front stehen
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 13.825,50 -1,17%
    TecDAX 3.265,00 -0,82%
    EUR/USD 1,2108 -0,37%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation