Wissenschaft
16.10.2020

Ernüchternde WHO-Ergebnisse zu Trump-Medikament Remdesivir

Genf (dpa) - Mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig oder keinen Nutzen gezeigt.

Das geht aus Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie hervor, die bislang aber nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen sind. Unter den überprüften Mitteln ist auch Remdesivir. Es erhielt im Juli als erstes Mittel überhaupt in Europa eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten.

Der Hersteller von Remdesivir, Gilead, betonte am Freitag erneut die Wirksamkeit seines Medikaments. Man sei besorgt darüber, dass die Daten der WHO-Studie nicht die übliche strenge Überprüfung erfahren hätten.

Die Zulassung in Europa erfolgte auf Basis von Studien, denen zufolge die Genesungszeit von Corona-Patienten durch Remdesivir um einige Tage verkürzt wird. Die europäische Arzneimittelagentur Ema teilte am Freitag auf Anfrage mit, dass sie unter anderem die Daten der WHO-Solidaritätsstudie anschauen werde. Dann werde man sehen, ob die Art, wie das Arzneimittel eingesetzt werde, geändert werden müsse.

Zwischenergebnisse legten nahe, dass die getesteten Medikamente wenig oder gar keinen Effekt hatten, teilte die WHO am Freitag mit. Geprüft wurden unter anderem, welchen Einfluss sie auf die Sterblichkeit, den Zeitpunkt für den Einsatz von Beatmungsgeräten und die Länge des Krankenhausaufenthalts hatten.

Im Rahmen der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie mit Tausenden Patienten in fast 500 Kliniken in mehr als 30 Ländern waren Remdesivir, Chloroquin/Hydroxychloroquin, Lopinavir/Ritonavir und Interferon-Regime geprüft worden. Alle Medikamente waren ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt worden.

Die Ergebnisse seien bislang nicht veröffentlicht, betonte auch die WHO, sondern müssten noch von Experten geprüft werden. Ein Manuskript wurde auf dem Server medRxiv der amerikanischen Yale-Universität hochgeladen.

© dpa-infocom, dpa:201016-99-969094/4



Thema des Tages

Sancho und Haaland treffen: BVB besiegt mit Mühe Zenit

Dortmund (dpa) - Die beiden jungen Matchwinner umarmten sich grinsend, ihr Trainer Lucien Favre atmete erleichtert durch. Mit viel Geduld, aber wenig Glanz hat Borussia Dortmund die Sorgen vor einem frühen Aus in der Champions League vorerst vertrieben. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse
  • Corona-Reisewarnung für die ganze Türkei ab 9. November
  • «Charlie Hebdo»: Weiterer Keil zwischen Erdogan und Macron
  • Computer

    Facebook-Chef offen für Änderungen an Plattform-Regulierung

    Washington (dpa) - Wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl haben die Republikaner die Chefs von Facebook, Twitter und Google unter Druck gesetzt, um lockerere Regeln für Amtsinhaber Donald Trump zu erzielen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Italiens Kartellbehörde eröffnet Ermittlungen gegen Google
  • Expertenbericht zu Künstlicher Intelligenz liegt vor
  • Amazon nun auch in Schweden mit eigener Webseite vertreten


  • Wissenschaft

    Zugleich fernsehen und surfen schlecht für das Gedächtnis?

    Stanford (dpa) - Während einige Menschen noch Jahre nach der Schulzeit alle Hauptstädte Europas nennen können, wissen andere nicht mehr, was es am Vortag zum Mittag gab. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • «Perseverance» hat Hälfte der Strecke zum Mars geschafft
  • Riesige Mengen Plastikmüll im Mittelmeer
  • Forscher finden neue Hinweise auf Wasser auf dem Mond
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.539,00 -4,35%
    TecDAX 2.822,00 -3,17%
    EUR/USD 1,1750 -0,26%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation