Wissenschaft
10.08.2020

Kosmischer Staub verglüht am Himmel

Heppenheim (dpa) - Verglühender Kometenstaub sorgt für Spektakel am Nachthimmel: Der Sternschnuppenstrom der Perseiden erreicht in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch sichtbar für alle Himmelsgucker und Hobbyastronomen seinen Höhepunkt, wie die Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland mitteilte.

Dann sei stündlich mit bis zu 100 verglühenden Meteoren am Himmel zu rechnen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt rechnet mit etwas weniger Sternschnuppen - rund 60 pro Stunde, also durchschnittlich eine jede Minute.

Eine besonders gute Sicht gebe es am Dienstag in den späten Abendstunden. Gegen Mitternacht gehe der Mond auf, so dass schwächere Sternschnuppen dann nicht mehr zu sehen seien. Wer sich etwas wünschen möchte, muss seinen Blick am Abend nach Osten oder Nordosten wenden, denn dort geht das Sternbild Perseus auf, nach dem die Meteore benannt sind.

Freie Sicht auf das Spektakel gibt es in Richtung Nordosten des Landes: Da ist es dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach zufolge sternenklar. Im Süden bleibt feuchte Luft und tagsüber können sich am Dienstag in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Teilen von Nordrhein-Westfalen Gewitter bilden. Dort könnten Restwolken und diesige Luft die Sicht versperren. Chancen gebe es dennoch überall, weil man nicht sagen könne, wo die Gewitter entstehen.

Die Sternschnuppen scheinen dem Sternbild Perseus zu entspringen. Die wahre Ursache der Perseiden liegt jedoch an anderer Stelle: Auf ihrer Bahn um die Sonne fliegt die Erde «durch eine Wolke kleiner Kometentrümmerteilchen», die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat, schreiben die Sternfreunde. Er wurde 1862 von Lewis Swift und Horace Tuttle unabhängig voneinander entdeckt. Für seine Reise um die Sonne benötigt er rund 133 Jahre. Das nächste Mal wird der Komet nach Astronomenberechnung im Jahr 2126 sichtbar sein.

Mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216 000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden recht schnell. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit.

«Ein Fernglas oder Fernrohr hilft beim Beobachten wenig, da beide das Gesichtsfeld einschränken», erklärte Manfred Gaida, Astrophysiker im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Erfolgreicher sei die Suche mit dem bloßen Auge und für Fotografen eine stabil und windsicher aufgestellte Kamera mit einem gut abbildenden Weitwinkel- oder einem sogenannten Fisheye-Objektiv.

© dpa-infocom, dpa:200810-99-108787/2



Thema des Tages

Merkel befürchtet 19.200 Neuinfektionen am Tag

Berlin (dpa) - Vor den nächsten Beratungen mit den Bundesländern über die Corona-Krise an diesem Dienstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem deutlichen Anstieg der Ansteckungszahlen in Deutschland gewarnt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • 90 Gebiete geologisch geeignet als Atomendlager
  • Dutzende Tote bei neuen Kämpfen in Berg-Karabach
  • US-Präsident Trump zahlte angeblich jahrelang kaum Steuern
  • Computer

    Gericht: Uber darf in London weiter fahren

    London (dpa) - Der Fahrdienstvermittler Uber darf in London weiter seine Dienste anbieten. Der Westminster Magistrates' Court entschied damit am Montag zugunsten des US-Unternehmens, das gegen den Entzug seiner Lizenz in der britischen Hauptstadt Berufung eingelegt hatte. Uber erfülle die nötigen Voraussetzungen für eine entsprechende Lizenz, erklärte der zuständige Richter in seiner Begründung. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Gericht setzt Download-Stopp für Tiktok in den USA aus
  • Expertenkommission bewertet «Künstliche Intelligenz» positiv
  • Microsoft baut Geschäft mit Mobilfunk-Providern aus


  • Wissenschaft

    Russland schickt deutsche Satelliten in den Weltraum

    Plessezk/Würzburg (dpa) - Mit einer Sojus-Trägerrakete hat Russland mehrere deutsche Forschungssatelliten ins All geschickt. Der Start vom Weltraumbahnhof Plessezk im Norden des Landes sei wie geplant verlaufen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag Agenturen zufolge mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Zunahme von Depressionen und Angststörungen durch Corona
  • Tilidin als Droge: Schmerzmittel-Missbrauch bei Jugendlichen
  • Mehr Erkältungen durch häufiges Lüften?
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.863,50 +3,16%
    TecDAX 3.069,25 +1,78%
    EUR/USD 1,1664 +0,33%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation