Wissenschaft
30.07.2020

Alte Bohrlöcher lassen Methan aus der Nordsee entweichen

Kiel (dpa) - Rund um Bohrlöcher, aus denen früher in der Nordsee Erdöl oder Erdgas gefördert wurde, treten erhebliche Mengen des Treibhausgases Methan aus.

Diese Leckagen machen einen signifikanten Teil des gesamten Methanbudgets der Nordsee aus, zeigt eine neue Studie des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, die im «International Journal of Greenhouse Gas Control» veröffentlicht wurde. Sie bestätigt auf größerer Datenbasis frühere Untersuchungen.

Danach stammt das Gas aus flachen Gastaschen, die weniger als 1000 Meter tief im Meeresboden liegen und gar nicht Ziel der ursprünglichen Bohrungen gewesen waren. Erste Hochrechnungen ergaben, dass diese Leckagen die dominante Quelle für Methan in der Nordsee ausmachen könnten. «Wir haben Untersuchungen an weiteren Bohrlöchern mit umfangreichen seismischen Daten verbunden. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass jährlich tausende Tonnen Methan an alten Bohrlöchern am Nordseeboden austreten», sagte Erstautor Christoph Böttner.

Bei knapp 1700 untersuchten Bohrlöchern auf einer Fläche von der Größe Sachsen-Anhalts ergab sich, dass in diesem Bereich 900 bis 3700 Tonnen Methan austreten können. «In der gesamten Nordsee existieren aber mehr als 15 000 Bohrlöcher», sagte Studienleiter Matthias Haeckel.

Unabhängig von der Studie forderte die Umweltorganisation Greenpeace am Donnerstag ein schnelles Ende der Öl- und Gasförderung in der Nordsee. «Die Öl- und Gasindustrie befeuert seit Jahrzehnten die Klimakrise und verschmutzt unsere Meere das muss endlich aufhören», sagte Greenpeace-Meeresbiologin Sandra Schöttner bei der Vorstellung des Berichts «25 Jahre nach Brent Spar». Pro Jahr stoßen die 727 umweltrelevanten Anlagen im Nordostatlantik laut Greenpeace 30 Millionen Tonnen CO2 aus und verschmutzen das Meer mit 9200 Tonnen Öl und 182 000 Tonnen Chemikalien. «Das entspricht einem jährlichen Tankerunglück sowie einem täglichen Chemieunfall.»

© dpa-infocom, dpa:200730-99-983408/2



Thema des Tages

Liga muss sich gedulden - Vorerst Absage für Fan-Rückkehr

Frankfurt/Main (dpa) - Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. »weiter
Lesen Sie auch:
  • SPD hat Kanzlerkandidaten: Scholz glaubt an über 20 Prozent
  • Nach Wahl in Belarus: Lukaschenko droht den Demonstranten
  • Schulstart in weiteren Bundesländern
  • Computer

    Trump verschärft Vorgehen gegen Tiktok

    Washington/Peking (dpa) - Mit einer neuen Verfügung hat US-Präsident Donald Trump seinen Kurs gegen die chinesische Video-App Tiktok weiter verschärft. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Smartphones sind für Milliarden Menschen unerschwinglich
  • «Animal Crossing» beschert Nintendo Gewinnsprung
  • Corona-Falschinformationen: Facebook löscht Trump-Video


  • Wissenschaft

    Ausgestorben geglaubter Nachtfalter in Bayern wiederentdeckt

    Würzburg/Wiesentheid (dpa) - In einem Eichenwald in Unterfranken haben Wissenschaftler einen als in Mitteleuropa ausgestorben geltenden Nachtfalter entdeckt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • WHO: Ohne ständigen Druck kehrt Coronavirus immer wieder
  • Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema
  • Kosmischer Staub verglüht am Himmel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.716,00 +0,32%
    TecDAX 3.035,50 -0,71%
    EUR/USD 1,1746 -0,34%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation