Wissenschaft
02.07.2020

EuGH stärkt Recht von Feldhamstern auf Lebensraum

Luxemburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof hat das Recht von Feldhamstern auf ihren Lebensraum gestärkt.

Ruhe- und Fortpflanzungsstätten von Feldhamstern dürfen auch dann nicht zerstört werden, wenn die Tiere diese zwar nicht mehr beanspruchen, aber womöglich dorthin zurückkehren, wie die Luxemburger Richter am Donnerstag urteilten (Rechtssache C-477/19).

Hintergrund sind Bauarbeiten in Österreich, für die eine Baustraße angelegt wurde. Dafür fehlte allerdings nicht nur die Genehmigung, sondern sie zerstörten auch Eingänge zu Hamsterbauen. Eine Verwaltungsbehörde hatte daraufhin eine Geldstrafe gegen den leitenden Mitarbeiter des für den Bau beauftragten Unternehmens verhängt. Dieser legt anschließend Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht ein.

Der Mitarbeiter argumentierte, dass zum Zeitpunkt der Baumaßnahmen die Feldhamster ihre Baue nicht genutzt hätten. Außerdem wären ihre Ruhe- oder Fortpflanzungsstätten durch den Bau nicht beschädigt oder vernichtet worden.

Das Verwaltungsgericht setzte das Verfahren schließlich aus und bat den EuGH, die den Begriff der Ruhestätten in der entsprechenden EU-Richtlinie zum Artenschutz zu klären. Die Richter betonten nun, dass darunter auch Ruhestätten zu verstehen seien, die nicht mehr von geschützten Tierarten wie dem Feldhamster beansprucht würden, aber eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass diese Art zurückkehre. Ob diese Wahrscheinlichkeit für die Rückkehr der Nager besteht, muss nun das Verwaltungsgericht in Österreich klären.

© dpa-infocom, dpa:200702-99-647618/3



Thema des Tages

Liga muss sich gedulden - Vorerst Absage für Fan-Rückkehr

Frankfurt/Main (dpa) - Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. »weiter
Lesen Sie auch:
  • SPD hat Kanzlerkandidaten: Scholz glaubt an über 20 Prozent
  • Nach Wahl in Belarus: Lukaschenko droht den Demonstranten
  • Schulstart in weiteren Bundesländern
  • Computer

    Trump verschärft Vorgehen gegen Tiktok

    Washington/Peking (dpa) - Mit einer neuen Verfügung hat US-Präsident Donald Trump seinen Kurs gegen die chinesische Video-App Tiktok weiter verschärft. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Smartphones sind für Milliarden Menschen unerschwinglich
  • «Animal Crossing» beschert Nintendo Gewinnsprung
  • Corona-Falschinformationen: Facebook löscht Trump-Video


  • Wissenschaft

    WHO: Ohne ständigen Druck kehrt Coronavirus immer wieder

    Genf (dpa) - Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen kommen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema
  • Kosmischer Staub verglüht am Himmel
  • Eltern zeigen «Sammelbild-Verhalten» bei Nachwuchsplanung
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.718,00 +0,34%
    TecDAX 3.037,00 -0,66%
    EUR/USD 1,1751 -0,30%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation