Wissenschaft
28.05.2020

Pfizer: Corona-Impfstoff zunächst in westlichen Ländern

Genf (dpa) - Im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff dürften westliche Länder nach Angaben der Pharmafirma Pfizer als erste bedient werden. Das liege an der nötigen Technologie, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla in einer Pressekonferenz des Dachverbands der forschenden Pharmafirmen (IFPMA).

«Die heutige Technologien verlangen eine Lagerung (von Impfstoff) bei minus acht Grad.» In Afrika etwa fehle dafür wahrscheinlich die Infrastruktur. «Ich bin sicher, dass wir mit diesem Impfstoff erst in die westlichen Länder kommen», sagte Bourla. «Aber in einer zweiten Welle arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass wir Produkte entwickeln und herstellen können, die solche extremen Temperaturen nicht brauchen.» Pfizer habe bislang mit keiner Regierung Verträge über die Lieferung von Impfstoff abgeschlossen, betonte er.

Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Nach Angaben der WHO gibt es etwa 125 Impfstoffkandidaten, von denen derzeit knapp ein Dutzend Wirkstoffe in klinischen Studien geprüft werden. Das Unternehmen AstraZeneca hofft, sein Produkt Ende des Jahres auf den Markt bringen zu können, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot.

Nach Schätzungen seien bis zu 15 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff zur Versorgung der ganzen Welt nötig, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni. Das stelle die Industrie vor beispiellose Herausforderungen. Das sei drei mal soviel, wie sonst im Jahr an Impfdosen hergestellt werde, abgesehen von Grippe-Impfstoffen.

Die Pharmafirmen wollten Impfstoffe zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie im Falle eines Erfolgs zunächst ohne Profit anbieten. Die Zusage bestehe, solange die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30. Januar erklärte «Notlage von internationaler Tragweite» gelte, sagte Paul Stoffels, Forschungschef des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Der Preis einer Impfdosis werde voraussichtlich nur wenige Dollar betragen, meinte AstraZeneca-Chef Soriot.



Thema des Tages

USA mit mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen

Washington (dpa) - Mit einer Rekordzahl von mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag spitzt sich die Corona-Pandemie in den USA dramatisch zu. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Kremlchef Putin feiert neue Verfassung für Machterhalt
  • Sigmar Gabriel war Berater für Fleischkonzern Tönnies
  • Bundestag beschließt Nachtragshaushalt
  • Computer

    Facebook verstößt gegen selbst gesetzte Datenschutz-Auflage

    Menlo Park (dpa) - Facebook hat gegen eine Selbstverpflichtung verstoßen, keine Daten mehr an Apps zu geben, die länger als 90 Tage nicht genutzt werden. Das räumte das Netzwerk am Mittwoch (Ortszeit) in einem Blog-Eintrag ein. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Fitbit-Übernahme durch Google besorgt Verbraucherschützer
  • Digitale Schwachstellen des Gesundheitswesens
  • Medien: Tausende Server haben Sicherheitslücken


  • Wissenschaft

    EuGH stärkt Recht von Feldhamstern auf Lebensraum

    Luxemburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof hat das Recht von Feldhamstern auf ihren Lebensraum gestärkt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Patente auf Schimpansen gelten nicht mehr
  • Baumfällungen in der EU haben stark zugenommen
  • USA kaufen große Teile der geplanten Remdesivir-Produktion
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.603,50 +2,80%
    TecDAX 2.998,25 +1,21%
    EUR/USD 1,1239 -0,10%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation