Wissenschaft
12.05.2020

Stuttgarter Forscher identifizieren Ursalamander

Stuttgart (dpa) - Er war nur fünf Zentimeter lang, lebte im Hügelland des heutigen Kirgisiens und bewegte sich sowohl zu Lande als auch im Wasser - der Ursalamander.

Nach jahrelanger akribischer Arbeit haben Forscher des Stuttgarter Naturkundemuseums anhand von Gaumen- und Schulterknochen sowie den Resten von Extremitäten das entdeckte Fossil als ältesten bekannten Vorfahr des Salamanders identifiziert.

«Das Besondere an dem Fund ist, dass er die Brücke zwischen heutigen Salamandern und den ganz alten Vorfahren bildet, über die man noch nicht viel weiß», erläutert der Paläontologe Rainer Schoch. Dessen Erkenntnisse und die zweier Kollegen sind in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») publiziert.

Das Amphibium hat vor 220 bis 240 Millionen Jahren - also im mittleren oder oberen Trias - gelebt und ist damit 60 bis 70 Millionen älter als alle bisherigen Funde von Salamandern. Aus dieser Zeit der fliegenden Reptilien und großen Echsen seien eher große Skelette entdeckt worden, sagt Schoch. «So etwas Kleines zu finden, ist in dieser Gesteinsformation extrem schwierig.» 

Der Winzling wurde 2014 von einem Kollegen Schochs, Sebastian Voigt, an der Fundstelle entdeckt, wo zuvor ein weniger gut erhaltenes Exemplar derselben Art gefunden worden war. Das Tier hatte bereits den wissenschaftlichen Namen Triassurus sixtelae erhalten. Diesen wenig beachteten aber namensgebenden Fund konnten die Forscher nach der Entdeckung des besser erhaltenen Exemplars leichter einordnen.

Der Ursalamander ist nach Auskunft des Biologen Alexander Kupfer, ebenfalls vom Naturkundemuseum, am ehesten vergleichbar mit einigen stammesgeschichtlich älteren Exemplaren, wie sie heute noch in Japan, China und Korea leben. In Europa sind um die 40 Salamander-Arten bekannt; in Deutschland stehen die einzigen zwei Arten, die schwarz-gelben Feuer- und die gänzlich dunklen Alpensalamander, auf der Roten Liste der bedrohten Tiere.

Weltweit gibt es 800 Arten, vorwiegend in der nördlichen Hemisphäre. Die größte Artendichte hat Nordamerika. Neben dem Verlust von Lebensraum macht den Tieren nach Worten von Kupfer derzeit der tödliche Salamanderpilz zu schaffen.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation