Wissenschaft
20.03.2020

Zerstörung des Amazonas 2020 noch schlimmer?

Rio de Janeiro (dpa) - Das Jahr 2020 könnte für den Amazonaswald in Brasilien und Bolivien noch schlimmer werden als das Vorjahr, in dem der Wald großflächig in Flammen stand.

Das sagte Rômulo Batista, Sprecher von Greenpeace Brasil, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Tendenz ist, dass die Zerstörung steigen wird.» Die vorläufigen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) deuten im Fall Brasiliens schon auf eine Zunahme hin.



Allein im Januar sind im brasilianischen Amazonasgebiet demnach 284 Quadratkilometer Regenwald durch Abholzung und Brandrodung verloren gegangen. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. 2019 war das erste Jahr des rechtsgerichteten Jair Bolsonaro als brasilianischer Präsident. «Wir haben eine Regierung, die erklärterweise gegen die Umwelt ist», sagt Batista. «Sie hat alle Versprechen erfüllt und ist noch darüber hinausgegangen.»



Präsident Bolsonaro hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, Amazonien zur wirtschaftlichen Nutzung freizugeben und die Strafen für Verstöße zu reduzieren, was Holzfäller, Goldsucher und andere ermutigt und die Abholzung und Brandrodung in geschützten Gebieten befördert. Erstmals seit 2009 wurden wieder mehr als 10 000 Quadratkilometer Wald abgeholzt, 30 Prozent mehr als 2018. Zudem gab es 30 000 Brände, dreimal so viele wie im August 2018 und die höchste Zahl seit 2010.



Die Brände in Bolivien zerstörten fast 20 000 Quadratkilometer Wald. Die meisten Feuer werden Experten zufolge in beiden Ländern gelegt, um Flächen für Landwirtschaft und Viehzucht bereitzustellen. Ein kleiner Teil bleibt ungenutzt zurück und beginnt einen Prozess der Erholung. Aber dass er den Zustand des Primärwaldes erreiche, sei zweifelhaft, sagt Batista: «Der Regenwald ist Millionen Jahre alt und die Artenvielfalt unendlich groß.»



Thema des Tages

Kanzleramtschef: Keine Lockerung der Maßnahmen bis 20. April

Berlin (dpa) - Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat klargestellt, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geben werde. «Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen», sagte er dem «Tagesspiegel». »weiter
Lesen Sie auch:
  • Trump als «Kriegspräsident» im Kampf gegen das Coronavirus
  • Coronavirus-Schnelltest in den USA zugelassen
  • IWF: Weltwirtschaft wird «schwere» Rezession erleben
  • Computer

    Sogar Weinproben gehen jetzt auch digital

    Trier (dpa) - In Zeiten von Corona wird vieles über das Internet angeboten - Schulunterricht, Yogaklassen und Tanzkurse. Jetzt kommt noch ein neues Angebot für Zuhause am Computer oder Laptop dazu: die digitale Weinprobe. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Satelliten-Firma OneWeb stellt US-Insolvenzantrag
  • Corona verändert die Arbeitswelt nachhaltig
  • Bitkom: Schutz von Leben kommt vor Datenschutz


  • Wissenschaft

    Corona-Hotspot Ischgl? Verbraucherschützer sammelt Hinweise

    Ischgl (dpa) - Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Virologe Drosten: In Deutschland 500.000 Tests pro Woche
  • «Polarstern»-Crew muss länger als geplant an Bord bleiben
  • Wie Hunderttausende Corona-Fälle verhindert werden könnten
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 9.548,50 -4,52%
    TecDAX 2.485,50 -4,12%
    EUR/USD 1,1142 +0,94%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation