Thema des Tages
28.10.2020

Sancho und Haaland treffen: BVB besiegt mit Mühe Zenit

Von Heinz Büse und Jan Mies, dpa

Dortmund (dpa) - Die beiden jungen Matchwinner umarmten sich grinsend, ihr Trainer Lucien Favre atmete erleichtert durch. Mit viel Geduld, aber wenig Glanz hat Borussia Dortmund die Sorgen vor einem frühen Aus in der Champions League vorerst vertrieben.

Beim mühseligen 2:0 (0:0) gegen ein extrem defensives Zenit St. Petersburg waren Jadon Sancho (79./Foulelfmeter) und Erling Haaland (90.+2) spät erfolgreich. Im tristen ersten Geisterheimspiel der langen BVB-Europacuphistorie blieb den Dortmundern nach dem Fehlstart in Rom (1:3) eine neuerliche Enttäuschung erspart.

«Wir hatten oft den Ball und mussten schnell spielen», sagte Haaland beim Pay-TV-Sender Sky. «Wir wussten, dass die Chance kommt. Am Ende sind es drei wichtige Punkte.» Favre verglich die Abwehr der Gäste mit «zwei Bussen vor dem Tor, es war sehr, sehr schwer.» Sportdirektor Michael Zorc äußerte: «Wir sind zufrieden, weil wir das Spiel mehr als verdient gewonnen haben.» Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch beim FC Brügge (4 Punkte) wäre der BVB (3) wieder im Soll. Im Parallelspiel trennten sich der kommende Dortmunder Gegner und Tabellenführer Lazio Rom 1:1.

Die dramatisch angestiegenen Corona-Zahlen hatten erst am Mittwochvormittag dafür gesorgt, dass die Dortmunder gänzlich auf Fans verzichten mussten. Dabei hätte der BVB jede Unterstützung gebrauchen können. «Es war Druck auf dem Kessel», sagte Zorc. Entsprechend engagiert begann der BVB gegen sehr clever eingestellte Gäste, die ihr erstes Spiel ebenfalls verloren hatten (1:2 gegen Brügge).

Mit Viererkette wie beim Derbysieg gegen Schalke und Kapitän Marco Reus in der Startelf versuchte Dortmund, mit schnellen Pässen hinter die Abwehr des russischen Doublesiegers zu kommen, der tief stand und zunächst allein auf Konter über den bulligen Stürmer Artjom Dsjuba setzte. Giovanni Reyna gab von der Strafraumgrenze den ersten Dortmunder Warnschuss ab (15.) - davon gab es bis weit in die zweite Halbzeit aber insgesamt zu wenige.

Haaland hatte im Strafraum der Gäste große Mühe mit den meist sieben bis acht zurückgezogenen Zenit-Profis, die das BVB-Kombinationsspiel in den entscheidenden Räumen deutlich behinderten. Der 20-Jährige kam erst in der 42. Minute zu seinem ersten Abschluss, sein satter Linksschuss verfehlte das Tor aber knapp.

Hinter Haaland rotierten Reus, Reyna und Sancho viel. «Schneller passen», rief Favre von der Seitenlinie auf den Platz. Ohne Tempo war den aufmerksam verteidigenden Gästen kaum beizukommen. Einen Freistoß von Reus aus gut 30 Metern lenkte Zenit-Keeper Michail Kerschakow am Tor vorbei (26.), auch beim zweiten Versuch des BVB-Kapitäns aus dem Spiel heraus war der Torwart zur Stelle (39.).

Der russische Meister tat weiterhin nur das Nötigste in der Offensive. Der Zusammenstoß von BVB-Torwart Roman Bürki, der wieder den Vorzug vor Marwin Hitz erhalten hatte, mit Sebastián Driussi war in der ersten Halbzeit noch die auffälligste Aktion der Mannschaft von Trainer Sergej Semak (35.). Den ersten Eckball für Zenit gab es in der 76. Minute.

Dortmund blieb auch in der zweiten Halbzeit spielbestimmend, weiterhin wirkte der BVB vor dem gegnerischen Tor aber zu behäbig. Die vielen Dortmunder Pässe waren für die Gäste oftmals vorhersehbar. Favre reagierte nach etwas über einer Stunde und brachte im inzwischen strömenden Regen Thorgan Hazard, der nach überstandenem Muskelfaserriss sein Comeback gab (67.). Der Belgier fügte sich mit einem ersten Torschuss gut ein (69.). Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Björn Kuipers - herausgeholt von Hazard - half dem BVB enorm. Sancho verwandelte sicher. Haaland sorgte für die endgültige Entscheidung.

© dpa-infocom, dpa:201028-99-122503/5



Thema des Tages

Mindestens 25 Soldaten bei Anschlag in Afghanistan getötet

Kabul (dpa) - Bei einem Anschlag in der afghanischen Provinz Ghasni sind mindestens 25 Soldaten getötet worden. Viele weitere Sicherheitskräfte seien bei dem Angriff verwundet worden, sagten Provinzräte am Sonntag. »weiter
Lesen Sie auch:
  • 760 Einsendungen für «Unwort des Jahres»
  • Das bringt der Wintersport am Sonntag
  • 14.611 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau
  • Computer

    Threema-Chef: Generalschlüssel «gar nicht möglich»

    Berlin (dpa) - Der Chef des Messenger-Dienstes Threema hat Forderungen nach Zugängen für staatliche Sicherheitsbehörden zu privaten Chat-Nachrichten scharf kritisiert. «Diese Forderungen nach einem Generalschlüssel zeugen von der Unbedarftheit der Behörden», so Martin Blatter zur «Welt am Sonntag». »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Heil will Marktbeherrschung digitaler Plattformen brechen
  • Patentstreit zwischen Nokia und Daimler geht zum EuGH
  • Glasfaser-Direktanschlüsse: Vodafone ändert Strategie


  • Wissenschaft

    Zauneidechse ist erneut «Reptil des Jahres»

    Stuttgart (dpa) - Durch die Corona-Krise wird die Zauneidechse, das «Reptil des Jahres 2020», zum Titelverteidiger. Auch im kommenden Jahr solle die Echse im Mittelpunkt stehen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Studie: Strömung im Nordatlantik ist stabil
  • «Haderbücher» geben Einblick ins Dorfleben vor 500 Jahren
  • Corona-Impfstoff von Astrazeneca kommt auf den Prüfstand
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 13.367,00 +0,23%
    TecDAX 3.133,00 +0,14%
    EUR/USD 1,1964 +0,46%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation