Computer und Co.
31.07.2020

Nach massivem Twitter-Hack: 17-Jähriger in den USA gefasst

Tampa (dpa) - Rund zwei Wochen nach einer massiven Hacker-Attacke auf Twitter-Konten von Prominenten hat die Polizei im US-Bundesstaat Florida einen 17-Jährigen als Hauptverdächtigen festgenommen.

Gegen den «Drahtzieher» des Hacks lägen 30 Anklagepunkte vor, erklärte Staatsanwalt Andrew Warren in Tampa. Graham Ivan C. werde von der Justiz angesichts der Schwere der Vergehen als Erwachsener behandelt, weswegen ihm eine längere Haftstrafe drohen könnte, sagte er.

Bei dem beispiellosen Twitter-Hack waren die Konten zahlreicher Prominenter gekapert worden, darunter der frühere US-Präsident Barack Obama, Microsoft-Gründer Bill Gates und Tesla-Chef Elon Musk. Auch Firmen-Accounts, etwa von Apple, wurden gehackt. Die Accounts riefen Nutzer in Tweets dazu auf, Kryptowährung Bitcoin auf ein bestimmtes Konto zu schicken - verbunden mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen. Dabei kamen nach Angaben der Ermittler mehr als 100 000 US-Dollar zusammen.

Experten zufolge hätte ein ausgefeilterer Hack - etwa durch einen gezielten Spendenaufruf oder eine politische Botschaft - noch deutlich größeren Schaden anrichten können als der recht offensichtlich verdächtige Bitcoin-Aufruf.

Der Staatsanwalt wollte sich zunächst mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht zur Frage äußern, ob der 17-Jährige allein gehandelt hat. Er habe bei der Festnahme in seiner Wohnung in Tampa, in der er allein gelebt habe, keinen Widerstand geleistet, sagte Warren.

Der Zugriff der Justiz sei das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Bundespolizei FBI und anderen Behörden, erklärte Warren. Ziel des Hacks sei es gewesen, Geld von vielen Amerikanern zu stehlen, weswegen der Verdächtige zur Rechenschaft gezogen werde, sagte er.

Twitter hatte nach dem für das Unternehmen sehr peinlichen Hack erklärt, einige Mitarbeiter seien «manipuliert» worden und die Angreifer hätten sich mit deren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. Bei der Attacke waren 130 Accounts betroffen gewesen.

Twitter erklärte am Freitag, das Unternehmen sei dem raschen Vorgehen der Justiz dankbar und werde weiter mit den Ermittlungen kooperieren.

© dpa-infocom, dpa:200731-99-01379/2



Thema des Tages

Bayern ohne Goretzka gegen Dortmund - Reus in BVB-Startelf

München (dpa) - Der FC Bayern München muss das heiße Supercup-Duell gegen Borussia Dortmund ohne Leon Goretzka bestreiten. Der Mittelfeldakteur fällt wegen Rückenbeschwerden aus. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Audi-Dieselskandal: Der «Herr der Ringe» vor Gericht
  • Fünf Wochen vor der US-Wahl: Der Zusammenstoß der Kandidaten
  • Merkel appelliert an Bürger: «Halten Sie sich an die Regeln»
  • Computer

    Cyberkriminelle passen sich der Corona-Krise an

    Wiesbaden (dpa) - Ob Daten-Klau, betrügerische Fake-Webseiten oder Schadsoftware: Cyberkriminelle haben während der Corona-Pandemie schnell Wege gefunden, die Krise für ihre Zwecke zu nutzen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • EU-Länder tauschen Daten der Corona-Warn-Apps aus
  • Pisa-Auswertung: Deutsche Schulen hinken digital hinterher
  • Unternehmen hadern mit Datenschutz-Grundverordnung


  • Wissenschaft

    Neandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Corona-Verlauf

    Leipzig (dpa) - Einer Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Borkenkäfer auf dem Rückzug
  • Curevac startet mit nächster Impfstoff-Phase
  • Tausende Reptilien-Arten online erhältlich
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.765,50 -0,47%
    TecDAX 3.070,00 -0,31%
    EUR/USD 1,1719 -0,18%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation