Computer und Co.
02.07.2020

Facebook verstößt gegen selbst gesetzte Datenschutz-Auflage

Menlo Park (dpa) - Facebook hat gegen eine Selbstverpflichtung verstoßen, keine Daten mehr an Apps zu geben, die länger als 90 Tage nicht genutzt werden. Das räumte das Netzwerk am Mittwoch (Ortszeit) in einem Blog-Eintrag ein.

Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal habe man 2018 diese Regel festgelegt. Kürzlich habe man jedoch bemerkt, dass in einigen Fällen Apps weiterhin die Daten empfangen, wenn die App in den vergangenen 90 Tagen nicht benutzt worden sei. Dabei habe es sich um die Daten gehandelt, die zuvor auch von den Nutzern freigegeben worden seien.

Als Beispiel nannte Facebook eine Fitness-App die ein User verwendet, um seine Freunde aus seiner Heimatstadt zu einem Training einzuladen. Dabei habe Facebook nicht erkannt, dass einige seiner Freunde seit vielen Monaten inaktiv waren und die Benachrichtigung eigentlich nicht hätten erhalten dürfen.

«Aus den Daten der vergangenen Monate, die uns zur Verfügung stehen, gehen wir derzeit davon aus, dass dieses Problem etwa 5000 Entwicklern ermöglichte, auch nach 90 Tagen Inaktivität (...) Informationen - zum Beispiel Sprache oder Geschlecht - zu erhalten», heißt es in dem Blog-Eintrag weiter. Man habe jedoch keine Beweise dafür gesehen, dass dieses Problem dazu geführt habe, dass Informationen ausgetauscht wurden, die nicht mit den Berechtigungen übereinstimmten, die Personen erteilt haben, als sie sich über Facebook eingeloggt haben.

Facebook hat nach eigenen Angaben die Lücke umgehend geschlossen. «Wir werden das Problem weiter untersuchen und der Transparenz bei größeren Aktualisierungen weiterhin Priorität einräumen.»

Bei dem Cambridge-Analytica-Skandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300 000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

© dpa-infocom, dpa:200702-99-650384/2



Thema des Tages

Heiß und gewittrig: Deutschland schwitzt weiter

Berlin (dpa) - Es bleibt heiß in Deutschland, zugleich herrscht in vielen Regionen auch in den nächsten Tagen die Gefahr teils kräftiger Gewitter. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Russland lässt als weltweit erstes Land Corona-Impfstoff zu
  • Polizeigewalt in Belarus: Oppositionelle flieht in EU
  • Juso-Chef unterstützt Scholz - Kritik von CDU und CSU
  • Computer

    Wegen Excel-Formatierung: Forscher benennen 27 Gene um

    Cambridge (dpa) - Aufgrund von Problemen mit der automatischen Datenverarbeitung im Tabellenkalkulationsprogramm Excel haben Forscher mehr als zwei Dutzend Genen neue Namen gegeben. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Internet-TV-Anbieter Waipu.tv und Netflix schnüren Abo-Paket
  • EU und USA sprechen über Neuordnung der Datenübermittlung
  • Steve Wozniak: Der Vater des Personal Computers wird 70


  • Wissenschaft

    Ausgestorben geglaubter Nachtfalter in Bayern wiederentdeckt

    Würzburg/Wiesentheid (dpa) - In einem Eichenwald in Unterfranken haben Wissenschaftler einen als in Mitteleuropa ausgestorben geltenden Nachtfalter entdeckt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • WHO: Ohne ständigen Druck kehrt Coronavirus immer wieder
  • Auf der «Polarstern» ist Corona kein Thema
  • Kosmischer Staub verglüht am Himmel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.931,00 +1,92%
    TecDAX 3.075,75 +1,57%
    EUR/USD 1,1744 +0,04%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation