Thema des Tages
13.06.2019

Ehemaliger «Tagesschau»-Sprecher Wilhelm Wieben gestorben

Hamburg (dpa) - Der ehemalige «Tagesschau»-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte. Von 1973 bis 1998 hatte Wieben Deutschlands bekannteste Nachrichtensendung als Sprecher vor der Kamera präsentiert.

Zuvor war der an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin ausgebildete Schauspieler am Theater aufgetreten und als Hörfunk-Sprecher sowie Ansager im Fernsehen im Einsatz. Der «Tagesschau»-Redaktion gehörte er schon einige Jahre als Off-Sprecher an, bevor er zu einem ihrer prominentesten Gesichter wurde.

«Wilhelm Wieben gehörte zu den prägenden deutschen Fernsehpersönlichkeiten, immer freundlich, zugewandt und nah bei den Zuschauerinnen und Zuschauern», sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. Er habe über Jahrzehnte die «Tagesschau» geprägt. «Stets seriös, kompetent und hoch professionell. Als Sprecher hat er Generationen begleitet.» Darüber hinaus habe Wieben durch Lesungen, als Moderator und Schauspieler beeindruckt - und durch seinen persönlichen Einsatz für hilfsbedürftige Menschen. «Wir werden ihn vermissen.»

Sein ehemaliger «Tagessschau»-Kollege Jo Brauner (81) bezeichnete Wieben als «distanziert-herzlich». «Er war distanziert in jeder Beziehung», sagte Brauner der Deutschen Presse-Agentur. Das sei für seinen Beruf auch von Vorteil gewesen. «Ich mochte seine Korrektheit.» Außerdem sei Wieben hoch kultiviert gewesen. «Wir haben uns oft auf Theaterpremieren getroffen.» Bei gemeinsamen Treffen mit den anderen «Tagesschau»-Sprechern habe Wieben aber auch lustig sein können.

Der gebürtige Dithmarscher, der später in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf. Nach seiner letzten «Tagesschau» blieb Wieben konsequent: «Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei», sagte er einmal. Da hatten ihn Musiker wie Falco («Jeanny»), Udo Lindenberg («Mein Ding») und die Band Fettes Brot («Können diese Augen lügen») bereits in Songs verewigt.

Lindenberg selbst erklärte zum Tod Wiebens: «Wilhelm Wieben ist nicht von uns gegangen, er ist nur vor uns gegangen. Mein lieber Freund und geheimster Geheimrat. RIP - dein Udo.»

Für Schlagzeilen um ihn sorgte die Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem «Stern»-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: «Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben», sagte Meysel. Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später und erklärte: «Inzwischen habe ich eigentlich kein Verständnis dafür, wenn jemand aus seiner Homosexualität ein Geheimnis macht.»



Thema des Tages

Einkaufsbummel ohne Maske? Wohl erstmal nicht

Berlin (dpa) - Für ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel ist es aus Sicht mehrerer Bundesländer noch zu früh. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Söder befeuert Debatte um Kanzlerkandidatur in der Union
  • Trumps düstere Botschaft zum US-Nationalfeiertag
  • Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan
  • Computer

    Slack-Chef: Wettbewerber Microsoft wird nicht reguliert

    San Francisco (dpa) - Der Bürokommunikations-Dienst Slack rechnet im als unfair empfundenen Wettbewerb mit Microsoft nicht mit einer Unterstützung durch ein Kartellverfahren in den USA. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Führende Videokonferenzsystemen fallen bei Kurztest durch
  • E-Patientenakte kommt voran - Kritik beim Datenschutz
  • Gesetz gegen Hass und Hetze im Netz nimmt letzte Hürde


  • Wissenschaft

    1 Hundejahr gleich 7 Menschenjahre? Forscher widersprechen

    New York (dpa) - Die weitverbreitete Faustregel zum Alter von Hunden, wonach ein Jahr in etwa sieben Menschenjahren entspricht, halten US-Forscher für ziemlich falsch. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Wattwanderer entdecken seltenen Nagelrochen vor Baltrum
  • EuGH stärkt Recht von Feldhamstern auf Lebensraum
  • Patente auf Schimpansen gelten nicht mehr
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.585,00 +0,45%
    TecDAX 3.014,25 +0,36%
    EUR/USD 1,1249 +0,10%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation