Überblick
18.10.2020

Routinier Reus richtet's für die BVB-Rasselbande

Von Ulrike John, dpa

Sinsheim (dpa) - Als sich Matchwinner Marco Reus und Jungstar Erling Haaland jubelnd umarmten, waren die Sorgen von Borussia Dortmund in der Corona-Pandemie für einen Moment vergessen.

Der Kapitän meldete sich beim 1:0 (0:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim als Torschütze zurück. Zurückhaltend fiel die Freude bei Trainer Lucien Favre angesichts der ungewissen Lage in der Fußball-Bundesliga und der bevorstehenden Europapokal-Woche dennoch aus. «Ich denke, wir müssen sehr aufpassen. Es ist gefährlich. Es werden mehr Fälle kommen, es ist nicht gut zu reisen», sagte der 62 Jahre alte Schweizer.

Für den BVB war es der erste Sieg im Sinsheimer Stadion seit 2012 und eine kleine Revanche für das 0:4 zuhause gegen die Kraichgauer am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Damals erzielte Andrej Kramaric alle Treffer. Am Samstag fehlte der kroatische Torjäger wegen eines positiven Coronatests nach seiner Länderspielreise.

Auch Kasim Adams wurde positiv getestet, und Pavel Kaderabek befindet sich nach einem Fall im familiären Umfeld ebenfalls in Quarantäne. Hoffenheims Coach Sebastian Hoeneß wollte nicht von einem Schock sprechen, «aber grundsätzlich ist Andrej für uns ein enorm wichtiger Spieler, der immer in der Lage ist, den Unterschied auszumachen».

Beim BVB hatte Manuel Akanji während der Länderspielpause einen positiven Test. Während die Hoffenheimer am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL Nitro und DAZN) in der Europa League zuhause gegen Roter Stern Belgrad antreten, muss Dortmund zum Champions-League-Auftakt am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) bei Lazio Rom reisen - und am Samstag geht's ins Derby gegen den FC Schalke 04.

Favre hatte angesichts des vollen Programms schon jetzt kräftig rotiert und Reus («Er war acht Tage verletzt») und den norwegischen Nationalstürmer Haaland bis zur 64. Minute auf der Bank gelassen. «Er hat zuletzt drei Spiele hintereinander gemacht. Wir müssen weiter vernünftig sein»», erklärte der BVB-Coach seine Maßnahme. «Wir müssen ein Auge auf unser Champions-League-Spiel haben. Wir wollen, dass er frisch ist.»

Das Duo zeigte dann jene Torgefährlichkeit, die dem BVB bis dato gefehlt hatte. Sportdirektor Michael Zorc freute sich nach dem Abpfiff über den «offensiven Push» durch die beiden Joker: «Wir hatten Torchancen en masse und hätten den Sack früher zumachen müssen.»

Reus traf auf Vorarbeit von Haaland vor 6030 zugelassenen Zuschauern im Sinsheimer Stadion mit seinem ersten Tor seit Februar. Im Hype um die Rasselbande der Borussia mit Talenten wie Haaland (20) oder den beiden 17-jährigen Giovanni Reyna und Jude Bellingham war der 31-jährige Reus zuletzt in den Hintergrund gerückt - aber jetzt im richtigen Moment zur Stelle.

«Entscheidend war, dass wir das Tor erzielt haben. Es hat sich relativ früh herausgestellt, dass derjenige, der den ersten Treffer erzielen wird, auch dieses Spiel gewinnt», sagte Reus. «Wir haben uns in Hoffenheim immer schwergetan. Es war ein ausgeglichenes Spiel, und es kam in der zweiten Hälfte darauf an, zielstrebiger zu werden.»

Trotz mehrerer Ausfälle in der Defensive blieben die Dortmunder in der Liga zum dritten Mal nacheinander ohne Gegentor, weil vor allem die erfahrenen Mats Hummels und Emre Can viel wegräumten. Da rang sich der nachdenkliche Favre so etwas wie ein Kompliment ab: «Wir machen das heute nicht schlecht.»

© dpa-infocom, dpa:201018-99-985196/2



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