Überblick
24.04.2019

Deutsches Mixed hat Medaille sicher, Doppel im Viertelfinale

Budapest (dpa) - Timo Boll darf bei der Tischtennis-WM von gleich zwei Medaillen träumen. Im Mixed hat das deutsche Team in Budapest sogar schon Bronze sicher.

Vor allem zwei emotionale Siege von Boll und Patrick Franziska im Herren-Doppel sowie Petrissa Solja und Franziska im gemischten Doppel haben bei diesen Weltmeisterschaften sogar das völlig überraschende Ausscheiden von Dimitrij Ovtcharov im Einzel in den Hintergrund gedrängt.

Im einen Wettbewerb zog Vielspieler Franziska zunächst mit seinem Freund Boll ins Viertelfinale ein. Gegen die beiden Franzosen Tristan Flore und Emmanuel Lebesson hieß es nach einer 3:0-Satzführung und dem 3:3-Ausgleich am Ende 4:3. Nur wenige Minuten später trat der Weltranglisten-18. vom 1. FC Saarbrücken mit Solja schon wieder in der Runde der besten acht Mixed an den Tisch, besiegte Masataka Morizono und Mima Ito aus Japan in 4:2 Sätzen - und verletzte sich nur vier Punkte vor dem Halbfinal-Einzug am großen Zeh.

«Ich habe ein Knacken gespürt. Gebrochen ist aber anscheinend nichts», sagte Franziska hinterher. «Wir haben uns dann gesagt: Ich haue die Dinger nur noch durch und bewege mich nicht mehr viel.»

Seine nächsten beiden Einsätze am folgenden Tag will der 26-Jährige «auf jeden Fall durchziehen». Sie seien vorbehaltlich einer weiteren ärztlichen Untersuchung nicht in Gefahr. Im Doppel geht es zusammen mit Boll zunächst gegen die Portugiesen Tiago Apolonia und Joao Monteiro. Auch hier gilt: Wer das Halbfinale erreicht, hat mindestens die Bronzemedaille sicher. Denn dritte Plätze werden bei einer WM nicht extra ausgespielt. Im Mixed kommt dann die letzte Hürde auf dem Weg ins Endspiel wieder aus Japan. Maharu Yoshimura und Kasumi Ishikawa gewannen den WM-Titel 2017 in Düsseldorf. Petrissa Solja holte damals schon mit dem Chinesen Fang Bo Bronze.

Rekord-Europameister Boll ist nach seinem überzeugenden 4:0-Sieg gegen den Japaner Morizono auch im Einzel noch als einziger Deutscher im Rennen. In beiden Wettbewerben hat der 38-Jährige zudem das Losglück, erst im Finale auf Gegner aus China treffen zu können. Im Einzel bekommt er es in der Runde der besten 16 mit dem Weltranglisten-Zehnten Jang Woojin aus Südkorea zu tun. «Ich versuche, alles rauszuholen», sagte der Star des deutschen Tischtennis, der bei einer Individual-WM bislang nur einmal Silber im Doppel (2005) und einmal Bronze im Einzel (2011) holte. «Ich bin froh, dass ich mich gut in das Turnier hineingearbeitet habe.»

Dass der viel beanspruchte Franziska im Einzel gegen den Südkoreaner Lee Sangsu ausschied (1:4), war keine große Überraschung. Dass es Ovtcharov bei einer WM erneut vorzeitig erwischte, dagegen schon. 3:4 verlor der 30-Jährige gegen Tomislav Pucar aus Kroatien. «Das war heute nicht gut genug», sagte Ovtcharov enttäuscht. Nach großen Verletzungsproblemen hatte sich der Ex-Europameister gerade erst wieder in die internationale Spitze zurückgespielt. Bei einer WM kam er bislang jedoch noch nie über das Achtelfinale hinaus.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation