Wissenschaft
13.05.2019

Seismische Aktivität auf dem Mond nachgewiesen

Washington (dpa) - Der Mond ist möglicherweise auch heute noch tektonisch aktiv. Darauf deutet eine neue Auswertung von Mondbeben aus der Ära der «Apollo»-Missionen.

Acht von 28 aufgezeichneten Beben haben sich demnach in der Nähe geologisch junger Bruchzonen ereignet, wie das Analyseteam um Thomas Watters von der Smithsonian Institution in Washington im Fachblatt «Nature Geoscience» berichtet.

Als der Mond nach seiner Entstehung abgekühlt ist, hat er sich den Angaben zufolge zusammengezogen wie eine Rosine, die sich aus einer vertrocknenden Weinbeere formt. Die Mondoberfläche, die nicht so elastisch ist wie die Haut einer Weinbeere, ist dabei mehrfach aufgebrochen und hat tausende Klippen gebildet. Die Mondsonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» (LRO) der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte vor etwa zehn Jahren geologisch relativ junge solche Brüche entdeckt. Unklar war jedoch, wie jung genau diese tektonische Aktivität ist.

Die Astronauten der bemannten «Apollo»-Mondmissionen 12, 14, 15 und 16 hatten vier Seismometer auf dem Erdtrabanten hinterlassen, die seismische Aktivität auf dem Mond aufgezeichnet haben. In den Jahren 1969 bis 1977 registrierten die Instrumente insgesamt 28 Mondbeben, die unter anderem durch Asteroideneinschläge ausgelöst worden sein könnten. Auf der Erde hätten diese Beben eine Stärke zwischen 2 und 5 gehabt, erläuterten die Forscher. Sie haben die Daten der Seismometer nun neu ausgewertet.

«Wir haben festgestellt, dass eine Reihe der Beben aus den 'Apollo'-Aufzeichnungen sich sehr nah an den Bruchzonen aus den LRO-Aufnahmen ereignet haben», erklärte Ko-Autor Nicholas Schmerr von der Universität von Maryland in College Park. Die Epizentren von acht Mondbeben lagen demnach nicht weiter als 30 Kilometer von solchen jungen Bruchzonen entfernt. «Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese acht Beben von Brüchen verursacht wurden, die abgerutscht sind, nachdem sich Spannung in der Mondkruste durch die globale Kontraktion und Gezeitenkräfte aufgebaut hatte», erläuterte Watters.

Zwar sind die «Apollo»-Seismometer seit 1977 abgeschaltet. Geologisch ist das jedoch keine nennenswerte Zeit. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Bruchzonen auch heute noch aktiv seien, betonte Schmerr. «Man bekommt nicht oft irgendwo außerhalb der Erde aktive Tektonik zu sehen, daher ist es sehr spannend, darüber nachzudenken, dass diese Brüche vielleicht immer noch Mondbeben produzieren.»



Thema des Tages

Parteigremien beraten Wahl-Ergebnisse von Europa und Bremen

Berlin (dpa) - Nach der schweren Schlappe für die Union und die SPD bei der Europawahl beraten die Parteiführungen über Konsequenzen. Ab Montagvormittag kommen dazu die Parteigremien zusammen. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Grüne in neun der zehn größten deutschen Städte vorn
  • Nach der Europawahl beginnt in Brüssel der Personalpoker
  • Wahlsieger Kurz muss sich Misstrauensvotum stellen
  • Computer

    Visable tritt gegen Internet-Riesen an

    Hamburg (dpa) - Die Geschichte von «Wer liefert was» (WLW) begann 1932 als Katalog der Leipziger Messe. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der in Hamburg verlegte Katalog schnell zum Standard-Nachschlagewerk für gewerbliche Einkäufer. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Facebook löscht Milliarden gefälschter Accounts
  • Amazon-Armband soll Gefühle erkennen können
  • Bundeskartellamt nimmt Online-Bewertungen unter die Lupe


  • Wissenschaft

    Seltene Aufnahme in China: Albino-Panda tappt in Fotofalle

    Peking (dpa) - Im Südwesten Chinas ist eine seltene Aufnahme von einem Albino-Panda geglückt. Der Riesenpanda mit dem vollständig weißen Fell tappte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Naturpark in der Provinz Sichuan in eine Fotofalle. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Vor 60 Jahren flogen zwei Affen ins All
  • Zwanghaftes Sexualverhalten als Krankheit anerkannt
  • SpaceX bringt 60 Satelliten für globales Internet ins All
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.063,50 +0,44%
    TecDAX 2.860,25 +0,54%
    EUR/USD 1,1194 -0,14%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation