Wissenschaft
25.03.2019

Fachgesellschaft warnt vor Chirurgenmangel auf dem Land

München (dpa) - Die Chirurgen in Deutschland warnen vor Nachwuchsmangel. Gerade auf dem Land fehle es längst nicht mehr nur an Hausärzten, sondern auch an Chirurgen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Matthias Anthuber.

«Viele periphere Krankenhäuser in weniger dicht besiedelten Regionen haben kaum noch eine Chance, Nachwuchs zu rekrutieren», sagte Anthuber. «Wir brauchen aber auch eine gute Grundversorgung in weniger dicht besiedelten Gebieten, und diese ist in Gefahr.» Schon jetzt gebe es in Notaufnahmen längere Wartezeiten für Patienten. Von Dienstag an befassen sich rund 5500 Teilnehmer des 136. Chirurgenkongresses in München mit der Zukunft des Faches.

Oft könnten Stellen in Kliniken auf dem Land nur noch durch Ärzte aus dem Ausland besetzt werden, sagte Anthuber. «Wir müssen dankbar sein, dass wir diese Kollegen haben.» Er schätze, dass in ländlichen Einrichtungen 60 Prozent der jungen Chirurgen in der Facharztausbildung aus europäischen Nachbarländern, Nordafrika, dem arabischen Raum, den ehemaligen GUS-Staaten oder Asien stammten. Ein zunehmendes Problem sei damit auch die Kommunikation aufgrund von Sprachbarrieren.

Angehende Mediziner aus Deutschland wollten nicht nur wegen der weniger attraktiven Lebensbedingungen ungern aufs Land, so Anthuber. Es gebe auch weniger Möglichkeiten zur Qualifizierung für den Facharzt in seiner gesamten Breite. Eine Lösung für den ländlichen Raum wären Schwerpunkt- und Netzwerkbildungen lokaler und regionaler Kliniken. Die dann etwa 20 Kilometer längeren Wege zur geeigneten Klinik wären für die Patienten und ihre Angehörigen hinnehmbar, ist Anthuber überzeugt.

Grundsätzlich locke die Chirurgie im Krankenhaus wenig. «Die Arbeitsbelastungen sind hoch. Dazu kommt der Stress, der damit einhergeht und auch die Verantwortung, die man trägt, ist deutlich spürbar. Wir sehen, dass die Leute dem mehr und mehr ausweichen», sagte Anthuber.



Thema des Tages

Busunglück auf Madeira: Versagten die Bremsen?

Funchal (dpa) - Überlebende des schweren Busunglücks von Madeira mit 29 Toten haben ein Bremsversagen als wahrscheinliche Unfallursache bezeichnet. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Geschwärzter Mueller-Bericht veröffentlicht
  • «Schrei aus Stille» - Madeira nach Bustragödie unter Schock
  • Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo
  • Computer

    Verwertungsgesellschaft VG Media will Milliarden von Google

    Berlin (dpa) - Nach der Verabschiedung der neuen EU-Richtlinie zum Urheberrecht hat sich die Verwertungsgesellschaft VG Media mit einer Milliardenforderung an Google gewandt. Das teilte die VG Media am Donnerstag mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple startet zweite Roboter-Linie zum iPhone-Recycling
  • Neue Datenschutz-Panne bei Facebook
  • Müssen Maschinen ins Gefängnis? KI und das Recht


  • Wissenschaft

    Als die Nasa Astronauten zum Training nach Bayern schickte

    Nördlingen (dpa) - Die Mondlandung der US-Amerikaner vor fast 50 Jahren verfolgten Millionen Menschen live vorm Fernseher. Eine kleine Stadt in Nordschwaben hat seit jener Zeit ein besonders enges Verhältnis zur Nasa: Die US-Raumfahrtbehörde schickte einst Astronauten zu einem Lehrgang nach Nördlingen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Geheimnisse von Gewitterblitzen gelüftet
  • Forscher weisen frühestes Molekül des Universums im All nach
  • 200 Millionen Jahre alter Saurier-Fußabdruck entdeckt
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.237,50 +0,69%
    TecDAX 2.807,00 -0,22%
    EUR/USD 1,1234 -0,57%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation