Wissenschaft
22.03.2019

Bluttest auf Down-Syndrom als Kassenleistung steht bevor

Berlin (dpa) - Bei Risikoschwangerschaften könnten Ungeborene künftig auf Kosten der Krankenkassen per Bluttest auf Down-Syndrom untersucht werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken, das höchste Entscheidungsgremium im Gesundheitswesen, leitete ein offizielles Verfahren ein, bei dem unter anderem wissenschaftliche Fachgesellschaften, die Bundesärztekammer und der Deutsche Ethikrat Stellungnahmen dazu abgeben sollen.

Bislang müssen Schwangere den ab rund 130 Euro teuren Bluttest meist selbst zahlen. Voraussichtlich im Spätsommer will der Bundesausschuss entscheiden, ob die Leistung in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden soll. Ein Bündnis von Organisationen wendet sich gegen das Vorhaben. Sie fürchten mehr Abtreibungen.

Der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken, verwies dagegen auf die Risiken anderer Untersuchungen wie der Biopsie der Plazenta oder von Fruchtwasseruntersuchungen sowie die «hohe Testgüte» der Bluttests. Eine Anerkennung der Tests sehe der Ausschuss daher im Einzelfall als medizinisch begründet an. «Es geht nicht etwa um eine Reihenuntersuchung aller Schwangeren», betonte Hecken. Als Risiko-Schwangere gelten unter anderem Frauen ab 35 Jahren.

Derzeit entscheiden sich nach Expertenangaben etwa zehn Prozent der Frauen, die mit einem Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) schwanger sind, für das Baby. 90 Prozent der Kinder kommen nicht zur Welt.

Für die Tests wird den Schwangeren ab der 11. Woche Blut abgenommen. Anhand der darin enthaltenen Chromosomenteile des Kindes oder der Plazenta kann unter anderem die Wahrscheinlichkeit berechnet werden, mit der das Kind mit Down-Syndrom auf die Welt kommen würde. Die Treffsicherheit liegt nach Angaben des Herstellers bei 99 Prozent. Die Falsch-Alarm-Rate sei sehr gering: Etwa eine von 1000 Frauen bekomme fälschlicherweise die Information, ihr Kind habe Trisomie 21.



Thema des Tages

Gewerkschaft kündigt Lufthansa-Streiks in der Ferienzeit an

Frankfurt/Main (dpa) - Mitten in der Feriensaison drohen Reisenden Flugausfälle und lange Warteschlangen an den Flughäfen: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern Eurowings und Germanwings angekündigt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Autofahrer sollen auch leichte Motorräder fahren dürfen
  • Iraner schießen offenbar US-Drohne ab
  • Nach Lübcke-Mord - Neue Drohungen gegen Politiker
  • Computer

    Bericht: Youtube erwägt nach Kritik Kinderschutzmaßnahmen

    New York (dpa) - Die in der Kritik stehende Google-Videoplattform Youtube erwägt einem Zeitungsbericht nach weitreichende Änderungen für besseren Kinderschutz. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Forscher entwickeln neue Speichertechnologie
  • Ebay feiert 20. Geburtstag in Deutschland
  • 5G in Autoproduktion: Telekom-Branche mit großen Hoffnungen


  • Wissenschaft

    Vertrauenskrise für Impfungen in Westeuropa

    London (dpa) - Viele Europäer haben einer Umfrage zufolge ein großes Misstrauen gegen Impfungen. Nach den Daten der britischen Stiftung Wellcome Trust empfinden in Westeuropa lediglich 59 Prozent der befragten Menschen Impfungen als sehr oder zumindest einigermaßen sicher. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Milliarden Menschen noch ohne sauberes Trinkwasser
  • Sonne, Stiche, Salzwasser: Die Haut hat im Sommer Stress
  • Riesige Schwammspinner-Plage in Gunzenhausen und Gera
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.411,00 +0,83%
    TecDAX 2.876,25 +1,35%
    EUR/USD 1,1305 +0,68%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation