Wissenschaft
13.03.2019

Forscher gegen Schaffung von Designer-Babys

London (dpa) - Biowissenschaftler und Ethiker aus sieben Ländern fordern einen weltweiten befristeten Verzicht auf die Schaffung von Designer-Babys mit gentechnischen Methoden wie der Genschere Crispr/Cas9.

Bevor die Sicherheit der Technik nicht erwiesen und damit zusammenhängende ethische und gesellschaftliche Fragen nicht geklärt seien, sollten alle Nationen von der klinischen Anwendung solcher Keimbahneingriffe absehen. Dazu solle es ein weltweites Moratorium geben, schlagen die Wissenschaftler im Fachmagazin «Nature» vor. Unter einem Moratorium versteht man einen vertraglich vereinbarten oder gesetzlich angeordneten Aufschub.

Ausschlaggebend für ihren Aufruf sei unter anderem die Geburt zweier Babys im vergangenen Jahr gewesen, deren Genom der chinesische Wissenschaftler He Jiankui manipuliert haben will, erläutern die Forscher. Zu den Initiatoren des Moratoriums gehören Pioniere der Crispr-Forschung wie Emmanuelle Charpentier, die Direktorin des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, und Feng Zhang vom Broad Institute in Cambridge (USA).

Deutsche Experten begrüßen den Vorstoß grundsätzlich, sind aber vor allem hinsichtlich des konkreten Vorgehens auch skeptisch. «Der Vorstoß ist ehrenwert und es ist ihm Erfolg zu wünschen», sagte etwa der Medizinrechtler Jochen Taupitz von den Universitäten Heidelberg und Mannheim. «Die politisch-praktische Umsetzung dürfte allerdings sehr schwierig sein.»



Thema des Tages

Fall Lübcke: Schäuble verlangt Reaktion des Rechtsstaates

Berlin (dpa) - Mit Blick auf den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine konsequente Reaktion des Rechtsstaates verlangt. «Das Machtmonopol des Staates ist dazu da, dass es auch angewandt wird. Konsequent und durchschlagend.» »weiter
Lesen Sie auch:
  • Geständnis im Mordfall Lübcke: Zweifel an Einzeltäter-These
  • Glutofen: Hitzewelle bringt Deutschland zum Schwitzen
  • Urteil: EuGH stärkt Anwohnerrechte bei Luftverschmutzung
  • Computer

    Apple Pay bei Sparkassen nun ohne Girocard-Unterstützung

    Frankfurt/Berlin (dpa) - Der Bezahldienst Apple Pay wird noch in diesem Jahr bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland starten - aber zunächst ohne die Unterstützung der populären Girocard. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Unionsfraktion will mit digitalem Euro Libra paroli bieten
  • Globale Hacker-Attacke auf Mobilfunk-Betreiber aufgedeckt
  • Amazon verlängert Abokunden-Aktion Prime Day auf 48 Stunden


  • Wissenschaft

    Studie: Jeder 7. Befragte hat Erfahrung mit Depressionen

    Berlin (dpa) - Fast jeder siebte Bundesbürger, der bei Deutschlands großer Gesundheitsstudie Nako mitmacht, war schon einmal wegen einer Depression beim Arzt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Ausgestorbene Arten wiederbeleben: Geniestreich oder Gefahr?
  • SpaceX-Rakete bringt Satelliten ins All
  • Darmbakterien können sportliche Leistung erhöhen
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.254,50 +0,21%
    TecDAX 2.819,00 -0,73%
    EUR/USD 1,1366 -0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation