Wissenschaft
13.03.2019

Niederländische Kommunen verbieten Luftballons

Den Haag (dpa) - Immer mehr niederländische Kommunen verbieten es, Luftballons aufsteigen zu lassen. In 17 Prozent der Gemeinden gibt es ein Ballonverbot, wie aus einer Untersuchung der Umweltorganisation De Noordzee hervorgeht.

Ein Jahr zuvor waren es noch 5 Prozent. 20 Prozent der niederländischen Kommunen rieten zudem dringend davon ab, Luftballons bei Feiern steigen zu lassen. Mehrere Parteien im niederländischen Parlament wollen sich für weitere Verbote einsetzen und äußerten sich in Den Haag besorgt über mögliche Schäden durch Ballonreste und Plastikmüll in der Nordsee.

Luftballons stehen inzwischen auch in Deutschland zur Diskussion. Anfang Dezember hatte die schleswig-holsteinische Stadt Elmshorn eine Weihnachtwunschaktion für Kinder deshalb in einem zentralen Punkt umgestaltet. Während die Mädchen und Jungen ihre Weihnachtswünsche in früheren Jahren an aufsteigende Ballons geheftet hatten, werden die Zettel nun in einer Box gesammelt und kommen in eine Verlosung. Doch bleiben die bunten Partyartikel beliebt. Das Dekorationsgeschäft Happy Balloon in Hamburg sieht die Nachfrage nicht geringer werden, wie ein Mitarbeiter sagte. Der Bedarf sei eher steigend.

Luftballons sind nach Angaben der Umweltschützer gefährlich für Meeressäugetiere, Vögel und Fische. Sie könnten an den Plastikresten ersticken. Außerdem trage der Abfall zur Verschmutzung der See und der Küsten bei. Vor allem Seevögel werden einer Studie zufolge Opfer von Ballonresten: Forscher hatten festgestellt, dass bei 20 Prozent von tot gefundenen Seevögeln Plastikmüll oder Ballonreste die Todesursache waren.

Vor Kurzem hatte bereits Lauren Roman von der Universität Tasmanien in Australien gesagt: «Ballons oder Ballonteile sind der tödlichste Müll im Meer.» Die Wahrscheinlichkeit, an solchen Gummistückchen zu sterben, sei rund 32 Mal höher als bei härteren Plastikteilen, schrieben die Forscher im Fachmagazin «Scientific Reports».

Die Umweltstiftung De Noordzee setzt sich für ein allgemeines Verbot von Luftballons in der Natur ein. Die meisten Verbote in den Niederlanden gibt es der Stiftung zufolge in den Küstengebieten und auf den Wattenmeer-Inseln.



Thema des Tages

EU ringt um Brexit-Verschiebung - Schwierige Verhandlungen

Brüssel (dpa) - Die Brexit-Gespräche beim EU-Gipfel in Brüssel haben sich deutlich schwieriger gestaltet als erwartet. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Täter von Utrecht handelte allein und mit Terror-Motiv
  • Würzburger Kinderporno-Verdacht - Missbrauch über Jahre
  • EU-Krisengipfel zum Brexit: Letzte Meter der Zitterpartie?
  • Computer

    Google förderte deutsche Medien mit über 20 Millionen Euro

    Berlin (dpa) - Medien in Deutschland haben in den vergangenen vier Jahren Fördergelder in Höhe von knapp 21,5 Millionen Euro von Google erhalten. In den sechs Runden des «Digital News Innovation»-Fonds seien insgesamt 93 Projekte gefördert worden, teilte der Internet-Konzern in Berlin mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Facebook speicherte Nutzer-Passwörter intern im Klartext
  • Protest gegen EU-Urheberrechtsreform: Wikipedia offline
  • Google steigt ins Videospiele-Geschäft ein


  • Wissenschaft

    Umstrittene Brustkrebstest-PR: Uniklinik entschuldigt sich

    Heidelberg (dpa) - Die Uniklinik Heidelberg zieht Konsequenzen aus einer umstrittenen PR-Kampagne für einen neuen Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Immuntherapien gegen Krebs: «Die Entwicklung ist rasant»
  • Sonde «Osiris Rex»: Asteroid Bennu stößt Partikel aus
  • Für glückliche Schüler gehen Lehrer in die Lehre
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.588,50 -0,13%
    TecDAX 2.686,00 +0,26%
    EUR/USD 1,1369 -0,07%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation