Wissenschaft
19.02.2019

Jagd auf Affen half Homo sapiens beim Überleben im Regenwald

Jena (dpa) - Menschen waren bereits vor 45.000 Jahren in der Lage, Baumaffen im Regenwald des heutigen Sri Lanka zu jagen und als Proteinquelle zu nutzen.

Um die Tiere zu töten, verwendeten sie unter anderem die Knochen von zuvor erlegten Affen als Werkzeuge, wie ein internationales Forscherteam unter Leitung des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte herausfand. «Sie bauten aus Affenknochen Werkzeuge, um weitere Affen zu jagen», sagte Patrick Roberts, einer der beteiligten Wissenschaftler. Für ihre im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie hatten die Forscher 14.485 Knochen- und Zahnfragmente untersucht.

Das Jagen von kleinen, agilen Säugetieren gilt den Forschern zufolge als schwierig - besonders im Vergleich zur Jagd auf größere Tiere in der offenen Savanne, die auch noch mehr Eiweiß lieferten. «Mit einem Hirsch konnten Menschen die ganze Familie ernähren. Ein Affe dagegen liefert nicht so viel Fleisch», erklärte Roberts.

Lange Zeit waren Experten der Ansicht, dass der Regenwald als Siedlungsort für unsere Vorfahren eher ungeeignet war. «Regenwälder sind gefährlich. Es ist heiß und feucht, es gibt gefährliche Tiere und Krankheiten», so Roberts. Die Funde auf der Insel Sri Lanka an der östlichen Südspitze des indischen Subkontinents belegen aber, dass Menschen einst dort lebten und sich unter anderem von Affen ernährten. An Überresten von kleineren Säugetieren fanden die Forscher unter anderem Spuren von Schnittmarken und Verbrennungen.

Es gebe zunehmend Belege dafür, dass Homo sapiens im Vergleich zu anderen Vertretern seiner Art die einzigartige Fähigkeit hatte, sich an extreme Umgebungen anzupassen, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Der Archäologe Jordi Serangeli von der Universität Tübingen und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment hält die Ergebnisse der Studie für bedeutend. «Es ist erstaunlich, dass überhaupt so viele der Knochen im Regenwald erhalten geblieben sind», sagte der Wissenschaftler, der selbst nicht an der Studie beteiligt war. Er weist aber auch darauf hin, dass in Afrika noch heute Schimpansen andere Affen jagen. «Wenn das Schimpansen können, konnte es Homo sapiens sicher auch», sagte Serangeli. Zudem kenne man Schnittspuren zumindest an Vogelknochen auch vom Neandertaler.

Laut Roberts besteht der nächste Schritt nun darin, die in Sri Lanka gefundenen Werkzeuge näher zu analysieren. Die Forscher versprechen sich davon weitere Einblicke in die Strategien, die es Homo sapiens ermöglichten, verschiedene Regionen der Erde zu besiedeln und als einzige Homininen-Art zu überleben.



Thema des Tages

US-Sonderermittler beendet Untersuchung zur Russland-Affäre

Washington (dpa) - Nach fast zwei Jahren hat der Sonderermittler Robert Mueller seine Untersuchung zur Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump beendet. Mueller übergab am Freitag einen vertraulichen Bericht an das Justizministerium, wie aus einem Brief des Ministeriums an den Kongress hervorging. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Schwager der vermissten Rebecca frei, aber weiter verdächtig
  • EU verschiebt Brexit: «Die Hoffnung stirbt zuletzt»
  • Brexit: Viele Optionen, keine Klarheit
  • Computer

    Massive Kritik an Facebook nach neuer Datenpanne

    Berlin/Hamburg (dpa) - Facebook muss nach der neuen Datenpanne, bei der Passwörter hunderter Millionen Nutzer intern im Klartext gespeichert wurden, harsche Kritik von Datenschützern und Politikern einstecken. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Einige Nokia-Smartphones sendeten Daten nach China
  • «Es ist Showtime»: Neuer Videodienst von Apple erwartet
  • Google förderte deutsche Medien mit über 20 Millionen Euro


  • Wissenschaft

    Bluttest auf Down-Syndrom als Kassenleistung steht bevor

    Berlin (dpa) - Bei Risikoschwangerschaften könnten Ungeborene künftig auf Kosten der Krankenkassen per Bluttest auf Down-Syndrom untersucht werden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • US-Astronauten mit erstem ISS-Außeneinsatz des Jahres
  • Salamander können kauen
  • Tuberkulose nach wie vor eine Herausforderung in Europ
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.317,50 -2,01%
    TecDAX 2.627,50 -1,75%
    EUR/USD 1,1301 -0,66%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation