Wissenschaft
14.02.2019

Nasa gibt Mars-Rover «Opportunity» auf

Washington/Pasadena (dpa) - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Mission des Mars-Rovers «Opportunity» offiziell für beendet erklärt, weil es seit Monaten kein Lebenszeichen mehr von dem Roboter gibt.

Nasa-Experten erklärten am Mittwoch (Ortszeit) im Raumfahrtzentrum in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien, sie hätten trotz aller Bemühungen keine Signale mehr von dem Rover empfangen, ihr «geliebter» Roboter sei stumm geblieben. Die Mission werde daher beendet. Am 10. Juni hatte «Opportunity» seine bislang letzte Nachricht geschickt. Danach überzog ein gigantischer Staubsturm den Planeten - und der Roboter verstummte und war für das Kontrollzentrum nicht mehr zu erreichen.

Der Rover war im Juli 2003 an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet und rund ein halbes Jahr später, am 25. Januar 2004, auf dem Mars gelandet. Seitdem rollte der rund 185 Kilo schwere, sechsrädrige Rover über den Mars - nicht ohne Zipperlein, aber mit bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Eigentlich war seine Mission nur auf 90 Tage angelegt gewesen. Am Ende wurden es rund 15 Jahre - laut Nasa ein Rekord. Sein Einsatz endete den Wissenschaftlern zufolge ausgerechnet an einem Ort auf dem Mars mit dem Namen «Tal der Ausdauer».

2007 hatte «Opportunity» (auf Deutsch: Möglichkeit) einen noch viel größeren Sturm überstanden. Doch von dem jüngsten Staubsturm erholte sich der Rover nicht. «Opportunity» brauchte Sonnenenergie, um seine Batterien aufzuladen - und der Sturm ließ so gut wie keine Sonne mehr durch. Deswegen versetzte sich der Rover in den Ruhemodus, aus dem er nicht mehr aufwachte.

In den vergangenen Monaten hatten die Wissenschaftler der Raumfahrtbehörde verzweifelt versucht, «Opportunity» wieder zu aktivieren. Doch alle Bemühungen liefen ins Leere. Am Dienstag hatten die Nasa-Experten den letzten Versuch gestartet, den Kontakt zu «Opportunity» wiederherzustellen - wieder vergeblich.

Projektmanager John Callas sagte, man habe jeden zumutbaren technischen Aufwand betrieben, um den Roboter zu retten. Doch die Wahrscheinlichkeit, noch ein Signal von ihm zu empfangen, sei bei Weitem zu gering, diese Bemühungen fortzusetzen.

Hauptaufgabe des Rovers auf dem Mars war die Suche nach Beweisen für die frühere Existenz von Wasser, die Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Über die Jahre lieferte er auch mehr als 217.000 Bilder von dem Planeten.

Unter dem Hashtag #ThanksOppy postete die Nasa am Mittwoch mehrere Tweets zum Abschied von ihrem Roboter. US-Vizepräsident Mike Pence schrieb bei dem Kurznachrichtendienst, der Rover habe die Schönheit und Wunder des Mars offengelegt. «Du hast das Land stolz gemacht!»

Zu ähnlicher Zeit wie «Opportunity» war ein baugleicher Rover namens «Spirit» auf dem Mars gestartet, quasi ein Zwilling. Dessen Einsatz endete allerdings schon 2011. Die Erkundung des Mars geht aber auch in Zukunft weiter. 2012 war dort der Rover «Curiosity» dazugekommen und erst im vergangenen Jahr hatte die Nasa einen weiteren Lander, «Insight», auf den Weg zum Roten Planeten geschickt, der Ende November dort ankam.



Thema des Tages

Türkei größter Abnehmer deutscher Waffentechnik

Berlin (dpa) - Die Türkei hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres Kriegswaffen für 184,1 Millionen Euro aus Deutschland erhalten. In der Rangliste der wichtigsten Empfängerländer steht der Nato-Partner damit wie schon im Vorjahr mit großem Abstand an erster Stelle. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Demokratinnen wehren sich gegen Trumps Attacken
  • Von der Leyen appelliert an kritisches EU-Parlament
  • Ursula von der Leyens Pläne für Europa
  • Computer

    Bericht: Finanzministerium warnt vor Facebook-Währung Libra

    Berlin (dpa) - Das Bundesfinanzministerium hat Bedenken gegen die digitale Währung Libra des Internetriesen Facebook. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Umfrage: Smartphone ist populärste Spiele-Plattform
  • Support-Ende für Windows 7 - Ein Software-Dino verschwindet
  • Faxgerät für viele Kinder und Jugendliche gänzlich unbekannt


  • Wissenschaft

    Meeresspiegel in der Arktis steigt weiter

    München (dpa) - Der Meeresspiegel steigt generell mit dem Klimawandel - doch regional mit extremen Unterschieden. Ein dänisch-deutsches Forscherteam hat nun entdeckt, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt, teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Ebola-Fall in Großstadt Goma festgestellt
  • Satelliten-Navigationssystem Galileo ausgefallen
  • Gute Chancen für Schaulustige im Süden
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.431,50 +0,36%
    TecDAX 2.893,50 -0,36%
    EUR/USD 1,1216 -0,40%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation