Wissenschaft
12.02.2019

Forscher: Gletschervolumen war zu hoch geschätzt

Zürich (dpa) - Das Volumen der meisten Gletscher ist einer neuen Studie zufolge kleiner als bislang angenommen. Das habe Auswirkungen auf die Süßwasserversorgung, schreiben die Autoren.

Wenn weniger Schmelzwasser vom Berg komme, führten auch Flüsse, die die Landwirtschaft zur Bewässerung brauche, weniger Wasser. Die Forscher um Daniel Farinotti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich veröffentlichten die Studie im Fachjournal «Nature Geoscience». Die Daten seien wichtig, um die Entwicklung der durch den Klimawandel schrumpfenden Gletscher besser beurteilen zu können.

Die Forscher schätzten das Eisvolumen von 215.000 Gletschern auf 158.000 Kubikkilometer. Das seien 18 Prozent weniger als der Durchschnitt früherer Schätzungen. Sie berücksichtigten dafür Satellitenbilder, Umrisse von Gletschern, digitale Höhenmodelle sowie Informationen über das Fließverhalten der Gletscher. Das Meereis und die zusammenhängenden Eisschilde Grönlands und der Antarktis ließen sie außer Acht. Rund die Hälfte der übrigen Gletscher liege in den arktischen Gebieten etwa von Nordamerika und Russland.

Die Gletscher des Himalayas und weiterer Gebirge Hochasiens haben nach den neuen Schätzungen zusammen nur 7000 Kubikkilometer Eis, ein Viertel weniger als bislang geschätzt. Damit sei zu befürchten, dass die Gletscherfläche dort schon in den 2060er - und nicht wie bisher angenommen in den 2070er Jahren - um die Hälfte geschrumpft sein werde. Das habe Konsequenzen für die Wasserversorgung. Die Gletscher Hochasiens speisen große Flüsse wie Indus, Tarim und die Zuflüsse des Aralsees. Davon hängen wiederum Hunderte Millionen Menschen ab.



Thema des Tages

Dutzende Verletzte an Venezuelas Grenze

Cúcuta/Boa Vista (dpa) - Im erbitterten Machtkampf zwischen Opposition und sozialistischer Regierung in Venezuela haben sich die Spannungen an den Grenzen des verarmten Krisenstaats massiv verschärft. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Bayern setzt BVB unter Druck - Schalkes Heidel hört auf
  • Missbrauchsskandale: Druck auf den Papst wächst
  • Eisenbichler genießt WM-Titel und Doppelerfolg
  • Computer

    5G-Mobilfunk: Bundesnetzagentur peilt Auktion am 19. März an

    Bonn (dpa) - Für die umstrittene Auktion der 5G-Mobilfunkfrequenzen hat die Bundesnetzagentur einen vorläufigen Termin bekanntgegeben. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Aufbruchstimmung auf dem Mobile World Congress in Barcelona
  • Streit um Unitymedia-Vorgehen bei Kunden-Hotspots vor BGH
  • Muss YouTube Nutzerdaten preisgeben?


  • Wissenschaft

    Japanische Raumsonde «Hayabusa2» auf Asteroiden gelandet

    Tokio (dpa) - Rund 340 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist die japanische Raumsonde «Hayabusa2» erfolgreich auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Neue Prothesen mit mehr Gefühl
  • Forscher stellen kleinsten Neptunmond vor
  • Ein See in knalligem Pink
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.476,00 +0,46%
    TecDAX 2.616,50 +0,56%
    EUR/USD 1,1335 -0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation