Wissenschaft
08.02.2019

Fehlernährung von Schwangeren erhöht Risiko für Nachwuchs

Karlsruhe (dpa) - Die Grundlage für ernährungsbedingte Erkrankungen bei Kindern wird einer deutschen Forscherin zufolge oftmals schon im Mutterleib gelegt.

Das Übergewicht einer werdenden Mutter bereits zu Beginn der Schwangerschaft erhöhe beim Kind das Risiko, selbst später übergewichtig zu werden und eine Folgeerkrankung wie Diabetes Typ-2 zu bekommen, sagte Regina Ensenauer. Sie ist die Leiterin eines neuen staatlichen Instituts für Kinderernährung in Karlsruhe, das am Freitag eröffnet wurde.

«Die Einflüsse der Übergewichtigkeit der Mutter gehen auf den Fötus über und können ihn in seiner Entwicklung beeinträchtigen», sagte die Kinderärztin. Die Entwicklung der Organe im Fötus sei eine sehr sensitive Phase. «Wenn da Einflüsse kommen, die diese Entwicklung stören, dann wird diese nicht mehr so stattfinden, wie eigentlich gedacht.»

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) machte zur Institutseröffnung deutlich, dass auch der Staat Verantwortung bei der Ernährung von Kindern übernehmen müsse. «Unsere Kleinsten sind besonders schutzbedürftig», teilte die Ministerin mit. Kinder könnten noch nicht selbst einschätzen, was für sie gesund und ausgewogen sei. Studien zufolge haben übergewichtige Kinder ein großes Risiko, auch als Erwachsener übergewichtig zu sein, so Klöckner.

In der neuen Einrichtung solle wissenschaftlich erforscht werden, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen. Ziel sei ein präventives Ernährungskonzept. «Mit der Arbeit des Institutes schaffen wir einen Leuchtturm für die Forschung in diesem Bereich - in Deutschland und in Europa», sagte Klöckner.

Institutschefin Ensenauer hält es für wenig sinnvoll, Kindern besondere Kinderlebensmittel zu geben. Wenn Obst oder Karottenbrei durch Frucht-Quetschbeutel ersetzt würden, gehe das in eine falsche Richtung. Das Füttern mit einem Löffel fördere zum Beispiel die Mundmotorik des Kindes. Außerdem sei Quetschmus oft mit Fruchtsaft und damit mit zusätzlichem Zucker versetzt.

Das Institut für Kinderernährung gehört zum Max Rubner-Institut (MRI), welches Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel ist. Das MRI berät das Landwirtschaftsministerium und forscht zu den Themen Ernährung und Lebensmittel. Es hat insgesamt knapp 700 Mitarbeiter und verfügt über weitere Standorte in Kiel, Detmold und Kulmbach.



Thema des Tages

Lindner mit soliden 86,6 Prozent als FDP-Chef bestätigt

Berlin (dpa) - Christian Lindner ist am Freitag mit soliden 86,64 Prozent als FDP-Vorsitzender bestätigt worden. Er erhielt auf dem 70. FDP-Parteitag in Berlin 519 von 599 gültigen Delegiertenstimmen. Bei der vorherigen Wahl bekam er noch 91 Prozent. »weiter
Lesen Sie auch:
  • China verspricht in Sachen «Seidenstraße» mehr Transparenz
  • Neuer Terror droht - Tui holt Urlauber aus Sri Lanka zurück
  • Jeder Zehnte will bei Europawahl sicher rechts wählen
  • Computer

    Facebook klagt gegen Firma wegen Verkauf von Likes

    Menlo Park (dpa) - Facebook hat Klage gegen eine neuseeländische Firma und drei Privatpersonen eingereicht, die Instagram-Nutzern gefälschte Likes und Follower verkauft haben sollen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Facebook bereitet sich auf Milliardenstrafe vor
  • Software und autonomes Fahren - VW kämpft um Fachleute
  • Samsung verschiebt Start seines Auffalt-Smartphones


  • Wissenschaft

    Weniger Gequake am Teich: Frösche und Kröten in Gefahr

    Berlin (dpa) - An Tümpeln und Teichen ist um diese Jahreszeit oft lautes Quaken zu hören - doch viele Frösche, Kröten und Unken in Deutschland sind bedroht. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Neuer weltweiter Öko-Check soll bei Artenschutz helfen
  • Weltweit zwölf Millionen Hektar Tropenwald verschwunden
  • Frau erwacht nach 27 Jahren aus dem Koma
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.318,50 +0,29%
    TecDAX 2.897,75 +0,70%
    EUR/USD 1,1157 +0,20%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation