Wissenschaft
11.01.2019

Wellensittich-Weibchen bevorzugen clevere Partner

Peking (dpa) - Schlauheit macht attraktiv - das gilt zumindest bei Wellensittichen. Die Weibchen dieser beliebten Stubenvögel lassen sogar einen alten Partner sitzen, wenn sie einen schlaueren bekommen können, berichten chinesische und niederländische Wissenschaftler im Fachmagazin «Science».

Ihre Experimente legten nahe, dass auf diese Weise die Evolution geistiger Fähigkeiten vorangebracht werde.

Das Team um Jiani Chen von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hatte in neun Gruppen jeweils ein Weibchen und zwei Männchen zusammengebracht. Sie beobachteten dann, mit welchem das Weibchen mehr Zeit verbringt - das war der bevorzugte Partner. Anschließend trainierten die Forscher das verschmähte Männchen darauf, Futterboxen mit seinem Schnabel zu öffnen.

Nun folgte der eigentliche Test: Die Forscher brachten das Dreierteam wieder zusammen und beobachteten, ob die neu erworbene Fähigkeit das Männchen in den Augen des Weibchens in neuem Licht erscheinen lässt. Die Antwort war eindeutig: Nachdem das Männchen seine neuen Fähigkeiten gezeigt und der Nebenbuhler darin versagt hatte, wechselten die Wellensittich-Damen ihre Wahl. Sie ließen ihren einst bevorzugten Partner allein auf der Stange hocken und verbrachten stattdessen mehr Zeit in der Nähe des zuvor abgelehnten Bewerbers. Führten die Forscher das gleiche Experiment nur mit Weibchen durch, änderten diese ihre Vorlieben nicht.

Überlegene geistige Fähigkeiten beeinflussen also die Partnerwahl bei Tieren, erklären die Wissenschaftler. Das Ergebnis stütze die Theorie, die bereits Charles Darwin aufgestellt hat: dass die Präferenz für intelligente Fortpflanzungspartner die Evolution von kognitiven Merkmalen beeinflussen kann.

«Auch wenn das Forschungsergebnis unkompliziert ist, ist seine Interpretation weniger klar», sagen George Striedter und Nancy Burley von der University of California (Irvine/USA) in einem Kommentar zu der Studie. Die Weibchen hätten keine Möglichkeit gehabt, die Aufgabe selbst zu absolvieren und damit als Problem zu erkennen, das eine clevere Lösung erfordert. Womöglich hätten sie infolgedessen nicht den intelligenteren, sondern einfach den vermeintlich körperlich stärkeren Partner bevorzugt, erklären die Wissenschaftler.

Nichtsdestotrotz könne der Ansatz der Wissenschaftler ein wichtiges Instrument für künftige Studien sein und die empirische Forschung im Bereich Partnerwahl und Entwicklung geistiger Merkmalen voranbringen, so Striedter und Burley.



Thema des Tages

Warnung vor Rechtsruck beim Superwahltag

Brüssel/Berlin (dpa) - Vor dem Superwahltag in Deutschland und 20 weiteren EU-Ländern haben die großen Parteien und die Kirchen vor Rechtspopulisten und Nationalisten gewarnt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Goldene Palme für Gesellschaftskritik aus Südkorea
  • Antisemitismusbeauftragter warnt Juden vor Tragen der Kippa
  • FCB beginnt ohne Robben und Ribéry - Martínez für Goretzka
  • Computer

    Facebook löscht Milliarden gefälschter Accounts

    San Francisco (dpa) - Facebook hat allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 2,2 Milliarden gefälschte Accounts gelöscht. Ein großer Teil davon werde von Spammern angelegt, die die Plattform für dubiose Werbung nutzen wollen, wie der zuständige Facebook-Manager Guy Rosen erläuterte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Amazon-Armband soll Gefühle erkennen können
  • Bundeskartellamt nimmt Online-Bewertungen unter die Lupe
  • Ein Jahr DSGVO: Viel Arbeit und viele offene Fragen


  • Wissenschaft

    SpaceX bringt 60 Satelliten für globales Internet ins All

    Cape Canaveral (dpa) - Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX hat die 60 ersten Satelliten für ihr geplantes weltumspannendes Internet-Netz im All ausgesetzt. Eine «Falcon 9»-Rakete von SpaceX brachte sie in der Nacht in die Umlaufbahn, wie das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk mitteilte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Nester voller Plastik: Basstölpel und die tödliche Gefahr
  • Kinder nach Gebärmutter-Transplantation geboren
  • Schimpansen fressen Schildkröten - auch zum Frühstück
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.047,50 +0,30%
    TecDAX 2.847,00 +0,07%
    EUR/USD 1,1206 +0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation