Wissenschaft
07.11.2018

Forscher: Ältestes Bild der Welt befindet sich auf Borneo

Jakarta (dpa) - Ist es das Bild eines Rindes? Australische und indonesische Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass sich die älteste figürliche Darstellung der Welt in einer Höhle auf der indonesischen Insel Borneo befindet.

Die rötlich-orangene Zeichnung eines nicht genau erkennbaren Tieres sei mindestens 40.000 Jahre alt, schreibt das Team um Maxime Aubert von der Griffith University in Gold Coast in der Fachzeitschrift «Nature».

Bereits deutlich früher entstanden Zeichnungen, die lediglich Symbole darstellen. Erst im September hatten norwegische Forscher in «Nature» über den Fund der möglicherweise ältesten menschlichen Zeichnung berichtet. Demnach fanden sie in einer Höhle in Südafrika ein Hashtag-ähnliches Muster aus ockerfarbenen Strichen auf einem Stein. Das Zeichen sei vor etwa 73.000 Jahren entstanden.

Die Wandbilder in den Kalksteinhöhlen der indonesischen Provinz Ostkalimantan sind seit mehr als zwei Jahrzehnten bekannt. Bislang konnte ihr Alter aber nicht bestimmt werden. Die Forscher der Griffith University teilen die Tausenden Bilder nun in mehrere Entstehungsphasen ein: Am ältesten sind demnach rötlich-orangene Zeichnungen von Tieren sowie Handumrisse in der Höhle Lubang Jeriji Saléh. Einer der Handumrisse entstand der Studie nach bereits vor bis zu 51.800 Jahren.

Deutlich jünger sind Malereien mit Maulbeeren-Farbe. Die Forscher schätzen sie auf ein Alter von 20.000 bis 21.000 Jahren. Dabei sei bereits eine kulturelle Veränderung zu beobachten: Die Malereien mit Maulbeeren-Farbe stellten nicht mehr Tiere, sondern vor allem das menschliche Leben dar. In einer dritten Phase hätten die Künstler dann vermehrt schwarzen Farbstoff genutzt und Figuren, Boote sowie geometrische Muster gezeichnet.

Um das Alter der Malereien zu bestimmen, nutzten die Forscher die sogenannte Uran-Thorium-Datierung. Dabei wird die Kalkschicht untersucht, die sich über die Jahrtausende auf der Farbe gebildet hat. Ihr Alter lässt sich daran erkennen, wie stark die in ihr enthaltenen Uran-Isotope radioaktiv zerfallen und zu Thorium umgebildet worden sind.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation