Wissenschaft
11.10.2018

Suche nach dem Grund für Übergewicht

München (dpa) - Warum werden Menschen zu dick? Forscher des Helmholtz Zentrums in München sind der Antwort auf diese Frage einen Schritt näher gekommen.

Mit Hilfe eines neuen 3D-Verfahrens haben sie festgestellt, dass ein gestörter Transport des Sättigungshormones Leptin in das Gehirn nicht - wie bislang angenommen - die Ursache ist. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten sie im «International Journal of Obesity», wie das Helmholtz Zentrum am Donnerstag mitteilte.

Das Verfahren ermöglichte es den Wissenschaftlern, bei einem Versuch mit Mäusen den Weg des Hormons im Gehirn als Video sichtbar zu machen und nachzuverfolgen. Das Ergebnis: Das satt machende Hormon Leptin gelangte sowohl bei dünnen als auch bei dicken Mäusen in ausreichender Menge in das Gehirn. Die Ursache für das Essverhalten, so die Schlussfolgerung der Forscher, muss also in den Nervenzellen selbst liegen.

Leptin ist ein wichtiges Sättigungshormon, das vom Fettgewebe gebildet wird. Wird ein Mensch einfach nicht mehr satt, obwohl er viel isst, kann das an Leptin-Resistenz liegen. «Die Betroffenen haben ständig Hunger, als wären ihre Fettspeicher nicht schon längst gefüllt», heißt es in der Mitteilung.

«Bislang ging man davon aus, dass die Ursache ihrer Hormonresistenz ein gestörter Transportprozess ist», sagte Luke Harrison, Doktorand am Helmholtz Zentrum und Erstautor der Studie, die diese Annahme nun widerlegt.

«Wir können die Ursache von Leptin-Resistenz nun eingrenzen und unsere Forschung auf die molekularen Mechanismen innerhalb der Nervenzellen fokussieren», sagte Paul Pfluger vom Institut für Diabetes und Adipositas des Helmholtz Zentrums. «Sind alle Abläufe in unserem Sättigungsverhalten entschlüsselt, können wir neue Therapien gegen Fettleibigkeit entwickeln und dicke Menschen gezielt beim Abnehmen unterstützen.»



Thema des Tages

Tarifstreit: Deutsche Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt und sich auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Deutsche Wirtschaft schlägt Alarm: Sorgen vor Chaos-Brexit
  • UN-Klimaverhandlungen ziehen sich
  • 49 Stunden Angst
  • Computer

    Datenpanne bei Facebook: Entwickler hatten Zugang zu Fotos

    Menlo Park (dpa) - Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Apps im September mehrere Tage lang zu weitreichenden Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple-Chef: Datenhunger könnte Meinungsfreiheit bedrohen
  • YouTube-Jahresrückblick knackt Negativrekord
  • Datenschutz-Klage gegen Facebook vor dem BGH


  • Wissenschaft

    Blink Blink: Wie wir mittels Blinzeln kommunizieren

    Nijmegen (dpa) - Die Art zu Blinzeln hat Einfluss auf das Redeverhalten eines Gesprächspartners. Darauf weisen Ergebnisse vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen hin. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Israelische Forscher verwandeln Kot in Kohle
  • Leben von 1,7 Millionen Neugeborenen können gerettet werden
  • Mehr extreme Niederschläge und Trockenheit wegen Klimawandel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.813,50 -1,02%
    TecDAX 2.503,50 -1,72%
    EUR/USD 1,1306 -0,46%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation