Wissenschaft
17.09.2018

Junge Meeresschildkröten stärker von Plastikmüll bedroht

Canberra (dpa) - Junge Meeresschildkröten tragen einer Studie zufolge häufiger Plastik in sich als ältere - und laufen somit größere Gefahr, dadurch zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommen australische Forscher, die unter anderem knapp 250 tote Meeresschildkröten untersuchten.

Wie die Autoren im Fachblatt «Scientific Reports» schreiben, hatte mehr als jedes zweite kleinere Jungtier Plastikteile im Magen-Darm-Trakt, bei den größeren Jungtieren knapp jedes vierte. Bei jugendlichen und ausgewachsenen Schildkröten war es grob jedes sechste Tier. Kein Plastik fanden die Wissenschaftler lediglich in Schlüpflingen.

Die Forscher erklären ihr Resultat unter anderem damit, dass jüngere Tiere tendenziell eher dort fressen, wo sich auch mehr Plastik im Meer befinde: in küstennahen Gebieten und nahe an der Wasseroberfläche. Der Meeresbiologe Philipp Kanstinger vom WWF hält das für plausibel. «Junge Tiere treten viel mehr mit Plastik in Kontakt als adulte Tiere.» Er vermutet auch einen Lerneffekt bei älteren Schildkröten: Sie wüssten eher, was sie fressen dürften. Und speziell die Jungtiere der Unechten Karettschildkröte zum Beispiel gingen häufiger als ältere Tiere gezielt auf Quallenjagd: «Oft wissen sie dann nicht, dass das, was aussieht wie eine Qualle, in Wirklichkeit eine Plastiktüte ist.»

Die Zahl und Masse der in den Tieren gefundenen Plastikgegenstände variierte stark - von einem bis zu Hunderten Teilen, die teils mehrere Gramm schwer waren. Die Forscher kommen zu dem grundsätzlichen Schluss, dass mit zunehmender Plastikkonzentration in Magen und Darm auch das Sterberisiko steigt. Rein rechnerisch bestehe eine 50-Prozent-Chance auf den Tod, wenn ein Tier 14 Plastikteile in sich trage.

Laut Kanstinger bringt diese Erkenntnis «Licht ins Dunkel»: Dass Plastik ein Problem darstelle, sei den meisten Experten bewusst, sagt er. Jetzt wisse man aber, wie stark das Sterblichkeitsrisiko mit der Anzahl der verschluckten Plastikteile steige.



Thema des Tages

Großes Interesse an Landtagswahl in Bremen

Bremen (dpa) - Bei der Landtagswahl in Bremen haben bis zum Mittag viele Bürger ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag rund vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale bei 20,2 Prozent und damit deutlich höher als vor vier Jahren, wie die Landeswahlleitung mitteilt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Antisemitismusbeauftragter: Kippa nicht überall tragen
  • Deutschland und 20 andere EU-Ländern stimmen ab
  • Double-Triumph für den «lieben Niko» - Neuer: Geliefert
  • Computer

    Facebook löscht Milliarden gefälschter Accounts

    San Francisco (dpa) - Facebook hat allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 2,2 Milliarden gefälschte Accounts gelöscht. Ein großer Teil davon werde von Spammern angelegt, die die Plattform für dubiose Werbung nutzen wollen, wie der zuständige Facebook-Manager Guy Rosen erläuterte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Amazon-Armband soll Gefühle erkennen können
  • Bundeskartellamt nimmt Online-Bewertungen unter die Lupe
  • Ein Jahr DSGVO: Viel Arbeit und viele offene Fragen


  • Wissenschaft

    Zwanghaftes Sexualverhalten als Krankheit anerkannt

    Genf (dpa) - Zwanghaftes Sexualverhalten und Video- oder Online-Spielsucht sind nun international anerkannte Gesundheitsstörungen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • SpaceX bringt 60 Satelliten für globales Internet ins All
  • Nester voller Plastik: Basstölpel und die tödliche Gefahr
  • Kinder nach Gebärmutter-Transplantation geboren
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.047,50 +0,30%
    TecDAX 2.847,00 +0,07%
    EUR/USD 1,1206 +0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation