Wissenschaft
15.08.2018

Albino-Orang-Utan muss länger auf Freiheit warten

Von Christoph Sator, dpa

Nyaru Menteng (dpa) - Der weltweit einzige bekannte weiße Orang-Utan, ein Weibchen namens Alba, muss noch länger auf die Freiheit warten.

Die Auswilderung der Albino-Affendame in den Regenwald auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo verzögert sich. Eigentlich hätte die Aktion in diesem Sommer über die Bühne gehen sollen. Die Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) begründete die Verzögerung mit längeren Bauarbeiten in Albas künftiger Heimat, einer kleinen Insel. Zudem gibt es Schwierigkeiten vonseiten der Behörden.

Alba war im vergangenen Jahr in völlig verwahrlostem Zustand in einem Dorf auf Borneo entdeckt worden. Seither lebt die Orang-Utan-Dame mit dem weißen Fell und den strahlend blauen Augen in einer Rettungsstation von BOS. Inzwischen ist sie wieder so gesund, dass sie im Regenwald ausgesetzt werden kann. Allerdings gibt es nach den Verzögerungen nun keinen genaueren Termin mehr.

Aus Sorge um das extrem seltene Tier soll alles ganz vorsichtig über die Bühne gehen. Dem Albino-Orang-Utan drohen die verschiedensten Gefahren: nicht nur von Raubtieren und möglicherweise eifersüchtigen Artgenossen, sondern auch von menschlichen Trophäensammlern. Zudem ist Alba extrem anfällig für Sonnenbrand und hat schlechte Augen. Der Name, den das Tier von seinen Pflegern bekam, ist lateinisch. Alba bedeutet weiß.

Der Plan ist, das etwa fünfeinhalb Jahre alte Tier zunächst auf eine Insel namens Salat zu bringen, wo auch andere Orang-Utans für die Freiheit üben können. Wegen der besonderen Umstände soll Alba zusammen mit drei Spielkameraden ein eigenes Refugium bekommen: eine Art Insel auf der Insel, nur etwa fünf Hektar groß. Dazu mussten ein Camp gebaut, Kanäle ausgegraben und und Sicherheitseinrichtungen hochgezogen werden. Nach ein paar Monaten soll Alba dann ganz in Freiheit dürfen.

Insgesamt, so schätzt man, gibt es auf Borneo und der Nachbarinsel Sumatra nur noch etwa 50.000 Orang-Utans. Die Menschenaffen mit normalerweise rotbraunem Fell gelten heute als stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Insbesondere, weil der Urwald durch Rodungen, Brände und riesige Palmöl-Plantagen immer weniger wird.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation