Wissenschaft
18.04.2018

Studie: Viele Hengste haben denselben Urahn

Berlin/Potsdam (dpa) - Er lebte wohl vor knapp 3000 Jahren: Von einem Hengst aus der Eisenzeit stammen einer neuen Studie zufolge nahezu alle heute lebenden Hengste ab.

Gezieltes Züchten, zunächst durch Nomaden in der Eurasischen Steppe und später im Römischen Reich, habe zum Verschwinden weiterer Hengstlinien beigetragen, teilte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin mit.

Über die Studie berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung des IZW und der Universität Potsdam im Fachblatt «Science Advances» vom Mittwoch. Die Genanalysen zum Schwund der Hengstlinien basierten auf Proben von Pferdezähnen oder -knochen aus Ausgrabungen in Europa und Asien.

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kam den Angaben zufolge den Römern zu, die einen neuen Weg bei der Zucht einschlugen: Statt auf Stuten konzentrierten sie sich dabei auf Hengste. Zuchtziele lassen sich durch individuell ausgesuchte Hengste mit gewissen Eigenschaften besser erreichen als durch die Auswahl bestimmter Stuten. Denn männliche Tiere können schnell viele Nachkommen zeugen.

Langfristig setzte sich eine Hengstlinie durch. Das Y-Chromosom, das nur männliche Tiere haben, verlor somit an Variabilität. Nach Angaben des IZW-Forschers Arne Ludwig muss die genetische Verarmung allein beim Y-Chromosom aber nicht nachteilig für die Population sein. Stutenlinien sind zahlreich. Heute gibt es nach IZW-Angaben weltweit 12 Millionen Hengste und 48 Millionen Stuten.



Thema des Tages

Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA

Istanbul (dpa) - Im Konflikt mit den USA hat die Türkei Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte erhöht. Damit reagiere das Land direkt auf Sanktionen und Strafzölle der USA, die der stellvertretende Präsident Fuat Oktay, am Mittwoch auf Twitter «bewusste Angriffe der US-Regierung» nannte. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua
  • Behörden müssen abgeschobenen Islamisten Sami A. zurückholen
  • CDU diskutiert Günther-Vorstoß zu Perspektiven für Geduldete
  • Computer

    Geschäft mit Computer- und Videospielen boomt

    Köln (dpa) - Das Geschäft mit Computer- und Videospielen boomt: Im ersten Halbjahr 2018 sei der Umsatz des Games-Marktes um 17 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro gestiegen, berichtete der Verband der deutschen Games-Branche (game) in Köln zur bevorstehenden Messe Gamescom. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Hacker bereichern sich heimlich über fremde PCs
  • Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen nun unter 6 Prozent
  • Hacker können mit manipuliertem Fax Firmennetzwerke knacken


  • Wissenschaft

    Kosmonauten installieren Antenne für Icarus-Projekt auf ISS

    Baikonur (dpa) - Zwei Kosmonauten haben die Internationale Raumstation ISS zu entscheidenden Vorbereitungsarbeiten für ein deutsch-russisches Forschungsprojekt verlassen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Ersatz-Schädlingsgift schädigt Hummeln
  • Riskante Hitze: Wenn Bäume plötzlich Äste verlieren
  • Albino-Orang-Utan muss länger auf Freiheit warten
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.164,50 -1,57%
    TecDAX 2.843,00 -2,43%
    EUR/USD 1,1345 +0,00%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation