Wissenschaft
19.03.2018

UN plädiert für naturnahe Lösungen gegen Wasserkrise

Brasília (dpa) - Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Gebieten, die zumindest zeitweise von Wassermangel bedroht sind. Dies geht aus dem UN-Weltwasserbericht hervor, der in Brasília auf dem 8. Weltwasserforum vorgestellt wurde.

An der Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt nehmen bis Freitag über 10 000 Experten aus über 100 Ländern teil. Der Einfluss des Klimawandels, die Wasserversorgung und -bewirtschaftung und die Finanzierung nachhaltigen Wassermanagements gehören zu den Hauptthemen der Beratungen in Brasília.

Prognosen des UN-Weltwasserberichtes zufolge soll die Zahl der von Wassermangel bedrohten Personen von aktuell 3,6 Milliarden bis 2050 auf 5,7 Milliarden Menschen ansteigen. Laut der internationalen Umweltschutzorganisation WWF ist das globale Bevölkerungswachstum einer der Haupttreiber von Wasserknappheit. Der Klimawandel verschärfe die Probleme. «Die Wasserkrise ist zwar bekannt, aber immer noch ein blinder Fleck beim Klimaschutz», kritisierte Philipp Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland, im Vorfeld des Weltwassertages, der jedes Jahr am 22. März stattfindet. Bis 2030 drohe demnach eine Verschärfung der weltweiten Wasserkrise.

Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission bestätigte: «Wir brauchen neue Lösungen für die Wasserbewirtschaftung». Im UN-Bericht liegt der Fokus daher auf den «Naturbasierten Lösungen», die bisher kaum Aufmerksamkeit erhalten hätten. Zu diesen Formen der Wasserbewirtschaftung, die von der Natur inspiriert und unterstützt sind, zählen beispielsweise die Nutzung und das Anlegen von Feuchtgebieten, die gezielte Wiederaufforstung und Bodenbearbeitung und die damit einhergehende Grundwasseranreicherung.

Außerdem müsse die internationale Staatengemeinschaft verbindliche Regeln zur Reduzierung des Wasserverbrauchs aufstellen, so Andrea Müller-Frank, Referentin für das Recht auf Nahrung bei «Brot für die Welt». Die Versorgung der lokalen Bevölkerung solle Vorrang haben vor der Wassernutzung für Exportgüter.

«Ziel des Forums ist, die wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse den Entscheidungsträgern der Gesellschaft näher zu bringen», erklärte zum Auftakt der Konferenz der Vorsitzende des Weltwasserrats (WWC), der Brasilianer Benedito Braga. Das erste Weltwasserforum fand 1997 in Marrakesch statt.



Thema des Tages

Massives Polizeiaufgebot bei «Gelbwesten»-Protest

Paris (dpa) - An den «Gelbwesten»-Protesten in Frankreich haben sich am Samstag landesweit nach offiziellen Angaben 33 500 Menschen beteiligt - deutlich weniger, als vor einer Woche. In Paris fanden die Kundgebungen an verschiedenen Orten statt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • FC Bayern siegt klar - Gomez dreht Partie für Stuttgart
  • Trump verkündet Ausscheiden von umstrittenem Innenminister
  • Bundeswehr-Flugbereitschaft stockt nach G20-Pannenflug auf
  • Computer

    Datenpanne bei Facebook: Entwickler hatten Zugang zu Fotos

    Menlo Park (dpa) - Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Apps im September mehrere Tage lang zu weitreichenden Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple-Chef: Datenhunger könnte Meinungsfreiheit bedrohen
  • YouTube-Jahresrückblick knackt Negativrekord
  • Datenschutz-Klage gegen Facebook vor dem BGH


  • Wissenschaft

    Plastikmüll-Fänger «Ocean Cleanup» funktioniert noch nicht

    Rotterdam (dpa) - Das System «The Ocean Cleanup» zur Säuberung des Pazifiks von Plastikmüll funktioniert noch nicht. Knapp zwei Monate nach dem Start habe die Anlage noch kein Plastik eingesammelt, sagte ein Sprecher des Projekts der Deutschen Presse-Agentur. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Blink Blink: Wie wir mittels Blinzeln kommunizieren
  • Israelische Forscher verwandeln Kot in Kohle
  • Leben von 1,7 Millionen Neugeborenen können gerettet werden
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.813,50 -1,02%
    TecDAX 2.503,50 -1,72%
    EUR/USD 1,1306 -0,46%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation