Wissenschaft
11.01.2018

Fossil einer Riesenfledermaus in Neuseeland entdeckt

Wellington (dpa) - Etwa 40 Gramm schwer und damit zumindest unter den grabenden Fledermäusen ein Gigant: Auf Neuseelands Südinsel ist das Fossil einer Millionen Jahre alten und mittlerweile ausgestorbenen Riesenfledermaus entdeckt worden.

Zähne und Knochen des Tieres, das fliegen und auch auf allen vieren nach Futter suchen konnte, seien aus 16 bis 19 Millionen Jahre alten Bodensedimenten nahe dem Ort St. Bathans geborgen worden, berichten die Forscher im Fachmagazin «Scientific Reports».

Mit dem geschätzten Gewicht sei sie die größte bislang bekannte grabende Fledermaus und dreimal größer als durchschnittliche Exemplare, hieß es von der Universität von Salford (Großbritannien), die an der Expedition beteiligt war. Der Fund unterstreiche die Artenvielfalt, die im urzeitlichen Neuseeland und gerade in der Gegend um St. Bathans sowie um den prähistorischen See Manuherikia in damals subtropischem Klima geherrscht habe.

Grabende Fledermäuse existieren heutzutage nur noch in Neuseeland. Das fossile Exemplar gehörte zu einer Gruppe von Fledermäusen, die einst in einem Raum vom südlichen Australien und Neuseeland bis hin nach Südamerika und möglicherweise auch in der Antarktis vorkamen, wie die Universität Salford erklärt. Diese Gebiete hätten vor etwa 50 Millionen Jahren zum Großkontinent Gondwana gehört. Nach dessen Auseinanderbrechen und im Zuge kühlerer Temperaturen seien die Fledermäuse in Australien und Neuseeland von denen in Südamerika getrennt worden.

Die nun entdeckte Art wurde Vulcanops jennyworthyae genannt - nach dem Teammitglied Jenny Worthy, die das Fossil fand, sowie dem historischen «Vulkan»-Hotel in St. Bathans und nach Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers. Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und den USA hatten an den Ausgrabungen teilgenommen.

«Diese merkwürdige fossile Fledermaus ist völlig anders als die Fledermäuse, die heutzutage in Neuseeland leben», sagte Robin Beck von der Universität Salford. «Das zeigt, dass uns ein großer Teil ihrer Evolutionsgeschichte fehlt - ich glaube, wir können in Zukunft noch mehr Überraschungen von diesem Fundort erwarten».



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