Wissenschaft
11.10.2017

Klimawandel macht «Nemo» zu schaffen

Sydney (dpa) - Die Erwärmung der Weltmeere macht auch Clownfischen zu schaffen. Nach einer neuen Studie geraten die Fische - bekannt aus dem Film «Findet Nemo» - in Stress und pflanzen sich weniger fort, wenn die See-Anemonen ausbleichen, mit denen sie in enger Gemeinschaft zusammenleben.

Als wichtigste Ursache für das Ausbleichen der Anemonen gelten die steigenden Wassertemperaturen. Clownfische leben in enger Symbiose mit Anemonen, deshalb werden sie auch Anemonenfische genannt. Die Anemonen bieten ihnen mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz davor, von anderen Fischen gefressen zu werden. Als Gegenleistung säubern die Clownfische die Tentakeln und wedeln auch Sauerstoff heran, wenn der im Wasser knapp wird.

Für die im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie untersuchten Wissenschaftler verschiedener Universitäten in einem Korallenriff vor Französisch-Polynesien die Auswirkungen der gestiegenen Wassertemperaturen über einen Zeitraum von 14 Monaten - dazu zählte auch der ungewöhnlich warme Sommer 2016.

Die Wissenschaftler verglichen Fische, die in ausgeblichenen Anemonen lebten, mit solchen, die in gesunden Anemonen zuhause waren. Ergebnis: In ausgeblichenen Anemonen fanden die Forscher um 73 Prozent weniger lebensfähige Eier als in intakten Lebensräumen.

Blutanalysen zeigten bei diesen Fischen erhöhte Werte des Stresshormons Cortisol und verringerte Konzentrationen von Sexualhormonen. «Das durch höhere Wassertemperaturen bedingte Ausbleichen der Anemonen ist ein Stressfaktor, der den Grad von Sexualhormonen mindert und damit auch die Zeugungsfähigkeit», schreibt das Team.

Der Zeichentrickfilm «Findet Nemo» über den gleichnamigen kleinen Clownfisch gehört zu den Hollywood-Klassikern. Im vergangenen Jahr hatte auch die Fortsetzung «Findet Dorie» großen Erfolg in den Kinos.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation