Wissenschaft
14.09.2017

Ausgestorben geglaubte Galapagos-Schildkröte wird vermehrt

Quito (dpa) - Eine lange Zeit als ausgestorben geglaubte Schildkröten-Unterart soll wieder auf die Galapagos-Insel gelangen, von der sie stammt. Die kuppelförmige Riesenschildkröte (Chelonoidis elephantopus) der Floreana-Insel galt seit über 150 Jahren als ausgestorben.

Forscher der US-Universität Yale hatten jedoch bereits 2015 auf der Hauptinsel Isabela Exemplare dieser Unterart entdeckt. Sie sollen von Tieren abstammen, die Walfänger vor langer Zeit von der Floreana-Insel herübergebracht hatten.

Auf jeder der Galapagos-Inseln lebte früher eine eigene Unterart von Landschildkröten. Mehrere dieser jeweils nur dort existierenden Unterarten sind ausgestorben. Die weltbekannte Schildkröte «Lonesome George» galt bis zu ihrem Tod 2012 als letzter Vertreter der Unterart der Pinta-Insel (Chelonoidis nigra abingdonii).

16 Riesenschildkröten, die von der Floreana-Unterart abstammen, sollen sich zunächst in der Zuchtstation der Insel Santa Cruz fünf Jahre lang vermehren. Deren Jungtiere sollen anschließend auf der Insel Floreana freigesetzt werden, wie Forscher im Journal «Scientific Reports» und der Naturschutzpark Galápagos am Mittwoch (Ortszeit) berichteten.

Die Riesenschildkröten auf den Galapagos-Inseln wurden in den vergangenen Jahrhunderten von Walfängern als Nahrung gefangen und lebend an Bord genommen. Puerto Bravo auf der Hauptinsel Isabela war der letzte Hafen, den die Schiffe vor längeren Ozeanfahrten anliefen. Wenn sie merkten, dass sie zuviel Last geladen hatten, setzten sie dort einen Teil der auf anderen Inseln eingefangenen Schildkröten aus.

Der Galapagos-Archipel, 1000 Kilometer westlich von Ecuador, gehört wegen seiner besonderen Flora und Fauna zum Unesco-Weltnaturerbe. Charles Darwin entwickelte seine Theorie von der Entstehung der Arten nach seinem Galapagos-Besuch im Jahr 1835.

Zwei Riesenschildkröten im Nationalpark der Galapagos-Inseln in Ecuador. Foto: Diego Bermeo/Parque Nacional Galapagos/dpa

Diego Bermeo



Thema des Tages

Viele Krisen, keine Lösungen: Tage der ratlosen Diplomaten

München (dpa) - Rufe nach mehr Europa in der Welt und die Angst vor neuen bewaffneten Konflikten haben die Münchner Sicherheitskonferenz dominiert. Einmal mehr prägten die seit Jahren verhärteten Fronten im Nahen Osten, in der Ukraine sowie die Spannungen zwischen den USA und Russland die dreitägige Konferenz. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Zeichen der Entspannung zwischen Berlin und Ankara
  • Trümmer statt Taten: Die Unsicherheitskonferenz
  • Peter Tauber will sich als CDU-Generalsekretär zurückziehen
  • Computer

    Qualcomm: Sicherheitslücke macht Chipbranche stärker

    Davos (dpa) - Die jüngsten Sicherheitslücken bei Computerchips bieten nach Ansicht des Branchenriesen Qualcomm auch große Chancen. «Die Branche wird daraus lernen und stärker werden», sagte Technologiechef Matthew Grob der Deutschen Presse-Agentur. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Provisionszahlungen von Online-Händlern umgelenkt
  • Chipkonzern Qualcomm lässt Tür für Bieter Broadcom offen
  • Konzerne unterzeichnen Charta für mehr Cybersicherheit


  • Wissenschaft

    Landschaft und übermalte Hand unter Picasso-Bild entdeckt

    Austin (dpa) - Pablo Picasso war einer der produktivsten Künstler aller Zeiten. «Durchschnittlich zwei Werke pro Tag hat er erstellt, insgesamt etwa 50.000», sagt Julio Ottino von der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Krebsrisiko und verarbeiteten Lebensmittel hängen zusammen
  • Astronaut Gerst: Musste Deutschland mit Google Earth suchen
  • Verkauf homöopathischer Mittel sinkt
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.490,00 +0,31%
    TecDAX 2.575,50 -0,10%
    EUR/USD 1,2408 -0,74%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation