Wissenschaft
17.07.2017

Tod dreier Kinder: Uni-eigene Kommission entlastet Arzt

München (dpa) - Nach dem Tod dreier Kinder, die an einer experimentellen Studie teilgenommen hatten, hat eine Kommission einen Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals in München entlastet.

«Die Untersuchung ergibt keinen Anhalt für wissenschaftliches, ärztliches, rechtliches oder ethisches Fehlverhalten von Prof. Dr. med. Dr. sci. Christoph Klein», teilte das Uni-Klinikum, zu dem das Kinderspital gehört, am Montag mit. Das hätten auch zwei unabhängige Gutachter von juristischer und medizinischer Seite bestätigt. Die Kommission ist eine Einrichtung der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Klein hatte in seiner Zeit an der Medizinischen Hochschule Hannover ab 2006 zehn Kinder mit dem lebensbedrohlichen Wiskott-Aldrich-Syndrom im Rahmen einer Studie mit einer sogenannten Gentherapie behandelt. Bei einem Kind schlug das Verfahren nicht an. Bei neun Kindern wurde es komplett durchgeführt. Mit seinem Wechsel nach München nahm Klein die Nachbetreuung der Kinder mit. Acht von ihnen erkrankten in den Folgejahren an Leukämie, drei starben.

«Die Gentherapie ist erfolgreich gewesen, aber sie ist konterkariert worden durch die Komplikationen», sagte der Leiter der Kommission «Selbstkontrolle in der Wissenschaft», Udo Löhrs.

Das Klinikum der LMU hatte die Untersuchung der Vorwürfe gegen Klein nach einem Bericht des «SZ-Magazins» 2016 angekündigt. An der Medizinischen Hochschule Hannover laufe eine eigene Untersuchung.



Thema des Tages

CSU-Machtkampf zieht sich hin

München (dpa) - Der Machtkampf um die Führung der CSU und des Freistaats Bayern geht unter veränderten Vorzeichen weiter. CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer vertagte seine mit Spannung erwartete Aussage zu seiner persönlichen Zukunft quasi in letzter Minute. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Horst Seehofer kämpft um sein politisches Erbe
  • Seehofers Beruhigungspille
  • Zickzack in die Groko? Schicksalstage für die SPD
  • Computer

    Bundesbank-Vorstand: Bitcoin ist kein Geld

    Frankfurt/Main (dpa) - Digitalwährungen wie Bitcoin sind aus Sicht der Bundesbank kein Ersatz für Euro, Dollar und Co. «Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt», schrieb Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Gastbeitrag für den Ifo-Schnelldienst. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Pilot FlyingBear bei Drohnen-Rennen vorn
  • Facebook lässt diskriminierende Werbung zu
  • Meg Whitman verlässt Chefposten beim Computerkonzern HPE


  • Wissenschaft

    Forscher beschreiben 26 neue Zwergfrösche aus Madagaskar

    Darmstadt/Braunschweig/München (dpa) - Ein internationales Autorenteam hat 26 neue Arten von Zwergfröschen aus Madagaskar beschrieben. Sie gehören zur Gattung Stumpffia - darunter einige der kleinsten Amphibien der Welt, wie der Mitautor Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt mitteilte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Israelische Forscher verwandeln Hühnerkot in eine Art Kohle
  • Mehr Wölfe in Deutschland: 60 Rudel nachgewiesen
  • Linkshänder profitieren bei Sportarten mit hohem Zeitdruck
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 13.007,50 -0,06%
    TecDAX 2.574,25 +0,37%
    EUR/USD 1,1851 +0,28%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation