Wissenschaft
07.08.2012

Krisensitzung in Moskau nach Satellitenpanne

Moskau (dpa) - Bei einer neuen millionenschweren Panne hat die Raumfahrtnation Russland gleich zwei Kommunikationssatelliten auf einmal verloren. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos kündigte eine Krisensitzung zu dem rund 150 Millionen Euro teuren Fehlstart an.

Durch einen Fehler bei der Oberstufe der russischen Trägerrakete Proton-M seien ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn geraten, sagte ein Roskosmos-Sprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Der zuständige Vizeregierungschef Dmitri Rogosin kündigte eine Sondertagung zur Situation in der Raumfahrtbranche an. Daran solle auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew teilnehmen. Alle Proton-Starts wurden bis auf weiteres ausgesetzt.

Theoretisch könnten die Flugkörper, die nun in rund 300 Kilometern kreisen, auch der Raumstation ISS gefährlich werden, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter. Das Risiko sei aber gering. Der russische Satellit Express MD2 und der indonesische Satellit Telkom-3 würden vermutlich in sechs bis acht Wochen abstürzen. Die Satelliten würden weiterhin beobachtet, teilte Roskosmos mit. Experten gingen davon aus, dass die Überreste beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Der Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan verlief zunächst planmäßig. Doch dann zündete die Raketenoberstufe nur sieben Sekunden statt der geplanten gut 18 Minuten, so dass die Satelliten auf eine deutlich niedrigere Bahn kamen. Die Flugbahn der Rakete sei nicht mehr zu korrigieren, hieß es.

Die Panne erinnert an den Fehlstart einer Proton-M mit einem russischen Nachrichtensatelliten vor fast genau einem Jahr. Damals geriet die Rakete wegen einer Fehlzündung auf eine falsche Umlaufbahn. Der mehr als fünf Tonnen schwere Satellit wurde nach sieben Monaten gezielt bei Hawaii im Pazifik versenkt.

Express MD2 sollte zehn Jahre lang Fernsehübertragungen und Kommunikation in früheren Sowjetrepubliken verbessern. Telkom-3 wurde auf Bestellung Indonesiens in Russland hergestellt und sollte 15 Jahre lang für gute Telekommunikations- und Fernsehverbindungen in Südostasien sorgen.

Für die stolze Raumfahrtnation Russland ist der Zwischenfall ein weiterer Rückschlag. Erst im Januar 2012 war die 13,5 Tonnen schwere und 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde «Phobos Grunt» unkontrolliert in den Pazifik gestürzt. 2010 hatte Roskosmos bereits drei Satelliten für das ambitionierte Navigationssystem Glonass verloren.



Thema des Tages

Optimismus der Verbraucher ungebrochen

Nürnberg (dpa) - Rezession, Schuldenkrise und Sparzwang dominieren den Alltag vieler Menschen in Europa. Die Deutschen jedoch lässt die Krisenstimmung ziemlich kalt: Das Geld sitzt locker. Besser als heute war die Konsumstimmung hierzulande das letzte Mal im Spätsommer 2007. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Hintergrund: Was ist das Bruttoinlandsprodukt?
  • Analyse: Der Aufschwung rückt näher
  • Verbraucher in Bestlaune schieben Konjunktur an
  • Computer

    Bericht: Yahoo bietet für US-Videodienst Hulu mit

    New York (dpa) - Bei Yahoo-Chefin Marissa Mayer scheint das Geld derzeit ziemlich locker zu sitzen: Nur wenige Tage nach einem Milliarden-Zukauf hat der Internet-Pionier nach Medienberichten ein Gebot für den Videodienst Hulu abgegeben. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag
  • Streit ums E-Government: Post schreibt an Ministerpräsidenten
  • Analyse: Facebook-Nachahmer VKontakte unter Druck


  • Wissenschaft

    Nachwuchs höchst seltener Riesenschildkröte im Mekong ausgesetzt

    Phnom Penh (dpa) - Mit buddhistischem Segen sind 100 Mini-Exemplare einer schon ausgestorben geglaubten Art von Riesenweichschildkröten in Kambodscha in ein neues Leben gestartet. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Das ist bitter: Küchenschaben meiden Zuckerfallen
  • Ärger um Klon-Studie - US-Forscher: Nur simple Fehler
  • Forscher lüften das Geheimnis der weißen Tiger
  • Börse