Wissenschaft
26.07.2012

Turbulent statt behäbig: Sternkolosse sind oft Vampire

Eine künstlerische Darstellung der ESO zeigt, wie ein schwerer Stern einem kleineren Nachbarstern Materie absaugt (Illustration). Foto: ESO/L. Calçada/S.E. de Mink

Bonn (dpa) - Sternkolosse im All sind oft Vampire: Die Giganten saugen ihren Begleitern Materie ab, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin «Science». Vielfach verschmelze das Duo auch komplett zu einem noch gewaltigeren Sternriesen.

Anders als bisher gedacht verbrächten die schwersten Sterne im Universum ihr Dasein nicht als Singles, sagte Mitautor Fabian Schneider von der Universität Bonn der Nachrichtenagentur dpa. Mehr als zwei Drittel umkreisten einen Partnerstern.

Die Bahnen, auf denen sich die Sterne umkreisten, verliefen sehr eng, so dass die Gemeinschaft turbulent und bei weitem nicht so ruhig verlaufe wie bisher angenommen. «Der größere wird dabei ausgesaugt von dem kleineren», sagte Schneider. «Die aktuelle Studie zeigt, dass die große Mehrheit aller Sternriesen ihr Leben mit einem Partner verbringt.» Die Stern-Partnerschaften führten in einem Drittel der Fälle zu einer Verschmelzung. Bei den restlichen zwei Dritteln werde vom einen Stern Materie an den anderen übertragen.

Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler mehr als zehn Jahre Beobachtungen aus, die von einem der größten Teleskope der Welt gemacht wurde, dem «Very Large Telescope» in der chilenischen Atacama-Wüste. Sternriesen sind den Angaben zufolge die hellsten und kurzlebigsten Sterne im Universum. Sie sind anfangs mehr als 15 Mal so schwer wie unsere Sonne. Das Ende ihres Lebens markieren spektakuläre Supernova-Explosionen oder Gammastrahlenausbrüche.



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