Wissenschaft
20.07.2012

HIV-Epidemie unter Schwulen verschlimmert sich

London/Berlin (dpa) - Trotz Erfolgen bei der weltweiten Bekämpfung von HIV haben die Maßnahmen eine Bevölkerungsgruppe nach einer neuen Studie zu wenig erreicht: die der homosexuellen Männer.

Unter Männern, die Sex mit Männern haben, breite sich die Epidemie in den meisten Ländern weiter aus - unabhängig vom Wohlstand, schreiben US-Forscher vor dem Start des Welt-Aids-Kongresses am 22. Juli in Washington im Fachjournal «Lancet».

Hauptgrund sei die sexuelle Praktik des Analverkehrs. Ohne Kondom sei das Risiko einer HIV-Übertragung dabei rund 18 Mal größer als bei ungeschützten Kontakten zwischen Penis und Vagina, berichten die Forscher um Chris Beyrer von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore (US-Staat Maryland). Weitere Gründe für das hohe HIV-Risiko bei Schwulen seien nicht nur häufige Partnerwechsel, sondern auch die wechselnden Rollen beim Geschlechtsakt. Am gefährlichsten für eine Virusübertragung sei die empfangende Position.

Auch in Deutschland ist die HIV-Epidemie nach dem jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor am stärksten durch die Entwicklung in der Gruppe homosexueller Männer geprägt. Von 2889 Erstdiagnosen im Jahr 2011 entfielen 1574 auf bekennende Schwule. Die Zahlen gehen nach einem Anstieg bis 2008 allerdings inzwischen zurück - zuletzt um sieben Prozent. Von einer Trendwende wollen die RKI-Forscher aber noch nicht sprechen. Die Entwicklung sei wahrscheinlich auch mit einer besseren Behandlung von Menschen mit HIV-Diagnose zu erklären.



Thema des Tages

Mindestens 24 Tote bei Tornado in Oklahoma

Washington (dpa) - Die Warnung kam nur eine Viertelstunde, bevor der gigantische Tornado zuschlug. Mit Tempo 300 rast er über einen Vorort von Oklahoma City. Viele Menschen sterben, unter ihnen Grundschulkinder. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Nach Tornado: US-Stadt in Trümmern und 24 Menschen tot
  • Stichwort: Tornados
  • Stunde Null in US-Kleinstadt Moore
  • Computer

    Microsoft zeigt erste Details seiner neuen Xbox One

    Seattle/Berlin (dpa) - Microsofts nächste Spielekonsole heißt Xbox One. Am Dienstagabend präsentierte der Softwarekonzern erste Details in Seattle. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Yahoo macht New York zu neuem Standbein
  • SAP stellt bis 2020 Hunderte Autisten ein
  • Tumblr-Gründer Karp - der spartanische Internet-Tycoon


  • Wissenschaft

    Neues vom Raubsaurier: Allosaurus schlug zu wie ein Falke

    Athens (dpa) Nicht alle Raubsaurier jagten gleich. Der Allosaurus schlug seine Beute vor rund 150 Millionen Jahren wahrscheinlich mit einer schnellen, hackenden Kopfbewegung - ähnlich wie ein heutiger Falke. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Klinik setzt Geh-Roboter für Gelähmte ein
  • Erstmals wieder Wisent-Baby in freier Wildbahn geboren
  • Amerikanische Zikadenart kann deutsche Weinstöcke bedrohen
  • Börse