Wissenschaft
27.06.2012

Dinosaurier sind wohl doch Warmblüter gewesen

Seit fast einem halben Jahrhundert sind sich Wissenschaftler uneins, ob Dinosaurier Kaltblüter oder Warmblüter waren. Eine neue Studie widerlegt das Hauptargument der Kaltblüter-Theorie. Foto: Korea Institute Of Geoscience An

Barcelona (dpa) - Eines der Hauptargumente für die Theorie, Dinosaurier seien Kaltblüter, ist widerlegt. Ihr Knochenwachstum ähnele dem der Säugetiere, berichten Forscher um die deutsche Paläobiologin Meike Köhler von der Autonomen Universität Barcelona im Fachjournal «Nature».

Die Wissenschaftler hatten sich die Oberschenkelknochen von 115 Wiederkäuern aus 41 Arten angeschaut, darunter Rentiere in Norwegen und Antilopen im südlichsten Afrika. «Die Querschnitte sahen genauso aus wie bei ähnlich großen Dinosauriern, obwohl wir nur Säugetiere untersucht haben und Dinosaurier zu den Reptilien gehören», erläuterte Köhler. Alle Präparate enthielten sogenannte Lines of arrested growth (LAG): Linien zwischen zwei Wachstumsschüben, ähnlich den Baumringen. Bislang waren diese LAGs fast nur von Tieren wie Reptilien bekannt, deren Körpertemperatur abhängig von der Umwelt ist, weswegen sie auch als wechselwarme Tiere oder Kaltblüter bezeichnet werden. In der kalten Jahreszeit sinken die Körpertemperatur und der Stoffwechsel so sehr, dass die Knochen nicht weiterwachsen. Während dieser Wachstumspause bildet sich eine Stillstandslinie.

Bei Warmblütern hingegen, bei denen der aktive Stoffwechsel für eine gleichmäßige Körpertemperatur sorgt, sollten die Knochen das ganze Jahr über gleichmäßig wachsen. «Das hat man jahrzehntelang so angenommen. Wir haben das nun erstmals untersucht - und prompt widerlegt», sagte Köhler. Demnach wachsen auch bei Säugetieren Knochen im Jahresrhythmus: «Bei den Rentieren auf Spitzbergen haben sich die LAGs während des Polarwinters gebildet und damit zu der Zeit, als die Tiere am wenigsten freiwillig Nahrung aufnahmen und ihre Fettreserven schwanden», schreiben die Forscher. In dieser Zeit sei auch der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF-1 auf dem Tiefstand gewesen, der besonders wichtig ist, damit Knochen in die Länge und in die Breite wachsen.

Der Wachstumsschub kam immer im Frühjahr und Sommer, wenn es wieder mehr Nahrung gab, also auch mehr Energie und Nährstoffe für den Knochenaufbau. «Die Wachstumsrate war sogar so groß, dass das kein ektothermes (kaltblütiges) Tier geschafft hätte», sagte Köhler.

Seit den 1960er Jahren diskutieren Fachleute über die Thermoregulation der Dinosaurier. Zunächst hieß es: Dinosaurier sind Reptilien und Reptilien sind per se wechselwarm, also Kaltblüter. Dann wurde klar: Dinosaurier wachsen so schnell und haben mitunter ein Federkleid, dass sie Warmblüter sein müssten. Später wurden dann in Dinosaurierknochen die Linien der Wachstumspausen gefunden, so dass man sie wieder als Kaltblüter ansah.



Thema des Tages

Robben schießt die Bayern zum Sieg

London (dpa) - Der FC Bayern München hat die Champions League gewonnen. Der deutsche Meister besiegte im deutschen Finale in London Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0) und gewann erstmals seit 2001 wieder den Titel in der Königsklasse. »weiter
Lesen Sie auch:
  • 2:1 gegen BVB: FC Bayern kehrt auf Europas Fußball-Thron zurück
  • Analyse: Neuer und Robben - zwei Helden in Wembley
  • Dortmund in der Einzelkritik
  • Computer

    Eine halbe Million Euro für Apple I-Computer

    Köln (dpa) - Einer der ersten Apple-Computer aus dem Jahr 1976 hat bei einer Auktion am Samstag gut eine halbe Million Euro eingebracht. Die 516 461 Euro sind ein neuer Rekord für einen Apple I, der Käufer aus Fernost wolle anonym bleiben, teilte das Kölner Auktionshaus Breker mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten
  • Bericht: Yahoo bietet für US-Videodienst Hulu mit
  • Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag


  • Wissenschaft

    Nachwuchs höchst seltener Riesenschildkröte im Mekong ausgesetzt

    Phnom Penh (dpa) - Mit buddhistischem Segen sind 100 Mini-Exemplare einer schon ausgestorben geglaubten Art von Riesenweichschildkröten in Kambodscha in ein neues Leben gestartet. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Das ist bitter: Küchenschaben meiden Zuckerfallen
  • Ärger um Klon-Studie - US-Forscher: Nur simple Fehler
  • Forscher lüften das Geheimnis der weißen Tiger
  • Börse
    DAX
    DAX 8.347,50 -0,05%
    TecDAX 959,00 -0,21%
    EUR/USD 1,2932 ±0,00%

    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation