Wissenschaft
27.06.2012

Forscher verstärken Kampf gegen resistente Keime

Forscher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte

Braunschweig (dpa) - Mit dem neuen Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in Braunschweig wollen Forscher den Kampf gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger verstärken.

«Da stehen wir unter einem ganz immensen Druck, gerade auch weil die Pharmaindustrie in diese Richtung nicht mehr oder kaum noch forscht», sagte DZIF-Projektmanager Timo Jäger der Nachrichtenagentur dpa anlässlich der Gründung der Einrichtung am Mittwoch.

Der Grund sei, dass in der Infektionsforschung nicht die Blockbuster-Medikamente zu entwickeln seien, die den Pharmakonzernen Milliardenumsätze garantierten. «Deshalb ist die universitäre Forschung da noch viel mehr gefragt.»

Wirkstoffe und Antibiotika müssten bis zu einem Punkt entwickelt werden, wie dies in der Forschung bislang nicht geleistet wurde und auch nicht leistbar war, sagte Jäger. «Dies können und wollen wir mit diesem neuartigen Verbund leisten, dadurch dass wir nicht nur die Grundlagenforscher mit im Boot haben, sondern auch die Kliniken und die Ärzte, die dicht am Patienten dran sind.»

Im DZIF bündeln 32 führende deutsche Forschungsinstitute ihre Kräfte. «Vorwiegend und hauptsächlich geht es darum, neue Impfstoffe und neue Antibiotika zu entwickeln und auch die Diagnostik zu verbessern.» Über ganz Deutschland verteilt gebe es an jedem Standort Arbeitsgruppen und Projekte, bei denen Grundlagenforscher, Chemiker, Biologen und Kliniken zusammenarbeiteten. Außerdem sollen Klinikärzte sich in einem Nachwuchsprogramm ein Jahr ausschließlich der Forschung widmen und die Infektiologie als Fachgebiet weiter etablieren.

Das DZIF ist eines von sechs von der Bundesregierung geplanten Fachzentren. Diese sollen auch die deutsche Forschung im internationalen Vergleich voranbringen. «Im Rahmen der Infektionsforschung sehe ich Deutschland im Moment eher im Mittelmaß», meinte Jäger. Die USA und auch Frankreich mit seinem weit verzweigten Institut Pasteur seien derzeit deutlich weiter.



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