Wissenschaft
18.06.2012

Taikonauten steigen ins Raummodul «Tiangong 1» um

Peking (dpa) - China hat eine weitere Premiere im All gefeiert: Erstmals stiegen chinesische Raumfahrer aus einem Raumschiff in ein Raummodul um.

Zunächst schwebte am Montag Kommandant Jing Haipeng von «Shenzhou 9» aus durch die Luke von «Tiangong 1» und winkte in die Kamera, die den Umstieg live ins chinesische Fernsehen übertrug.

Haipeng folgten der Bordingenieur Liu Wang und Liu Yang, die erste Chinesin im All. Die drei Taikonauten sollen die Erde zehn Tage lang in 343 Kilometern Höhe umkreisen, auf dem Programm stehen wissenschaftliche Experimente und körperliche Übungen. Dafür steht den Taikonauten eine 15 Quadratmeter große Kabine zur Verfügung. Medien berichteten, dass auch ein Raum-Spaziergang auf dem Programm stehe.

Dreieinhalb Stunden zuvor war dem Raumschiff «Shenzhou 9» das erste bemannte Andockmanöver in der Geschichte der chinesischen Raumfahrt gelungen. Es war noch automatisch gesteuert, in den nächsten Tagen sollen die Taikonauten auch ein manuelles Andockmanöver üben. Das Raummodul «Tiangong 1» war im September 2011 ins All geschossen worden. Es wiegt 8,5 Tonnen und soll bis spätestens 2020 zu einer 60 Tonnen schweren permanenten Raumstation ausgebaut werden.

«Es ist wichtig zu wissen, dass das kleine Modul, mit dem angedockt wurde, nicht das ist und nicht das sein wird, das man sich für den dritten Schritt vorstellt», sagte Joan Johnson-Freese, Raumfahrtexpertin am Naval War College in den USA, der Nachrichtenagentur dpa. «Der Erfolg wird daher vom "Langen Marsch 5" abhängen.» Diese leistungsfähigere Trägerrakete wird zurzeit von China entwickelt, sie soll bis zu 25 Tonnen Last ins All transportieren.

Das ehrgeizige chinesische Raumfahrtprogramm sieht zudem vor, bis zum Jahr 2030 einen Chinesen auf den Mond zu bringen. Das Programm sei eine Demonstration «stetig wachsender nationaler Stärke», berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Sie zitierte Wu Bangguo, den Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, mit den Worten: «Wir können stolz erklären, dass das Programm ein Schlüsselindikator ist für die erfolgreiche Entwicklung des Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten».



Thema des Tages

EU-Gipfel zu Steuerflucht

Brüssel (dpa) - Schluss mit Steuerbetrug und Schlupflöchern: Die EU will für mehr Gerechtigkeit beim Steuerzahlen sorgen. Darin ist man sich einig wie nie. Dabei geraten auch Unternehmen wie Apple ins Visier. »weiter
Lesen Sie auch:
  • EU-Gipfel kippt Bankgeheimnis - Auch Konzerne im Visier
  • Die Ergebnisse des EU-Gipfels
  • Die «Chefs» und die Steuerparadiese - ein Gipfel mit Tücken
  • Computer

    Twitter sorgt nach Hacker-Attacken für mehr Sicherheit

    New York (dpa) - Der Kurzmitteilungsdienst Twitter führt nach einer Welle von Hacker-Angriffen auf Profile einflussreicher Medien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ein. Nutzer bekommen die Möglichkeit einer Anmeldung in zwei Stufen, wie Twitter am Mittwoch ankündigte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Linux macht sich in «eingebetteten Systemen» breit
  • Neue Microsoft Xbox One tritt als Entertainment-Maschine auf
  • Berliner Smartphone-Bezahldienst SumUp geht nach Russland


  • Wissenschaft

    Neue Spinnentier-Arten in Brasilien entdeckt

    Belo Horizonte/Washington (dpa) Im Nordosten Brasiliens haben Forscher zwei neue Spinnentier-Arten entdeckt. Wie die Wissenschaftler berichten, sind die rötlich-braunen Tiere nur wenige Millimeter groß. Beide Spezies gehören zu den Zwerggeißelskorpionen (Schizomida). »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Zahn zeigt Stillgewohnheiten der Neandertaler
  • Pilz auf unserer Haut: Mikroben lieben Füße
  • Europäisches Warnsystem für gefährliche Asteroiden in Italien
  • Börse