Wissenschaft
17.05.2012

Raumfahrer erreichen ISS in Rekordhöhe von 399 Kilometern

Moskau (dpa) - In einer Rekordhöhe von 399 Kilometern hat der russische Transporter Sojus mit drei Crew-Mitgliedern an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Noch nie sei ein solches Manöver in dieser Höhe absolviert worden, teilte die Flugleitung nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Den bisherigen Rekord habe ein Raumschiff gehalten, das in 393 Kilometern Höhe im Jahr 2001 an der ISS angedockt war. Experten sprechen zudem von einer «historischen Mission», weil die insgesamt nun wieder sechs Raumfahrer auf der ISS den ersten privaten US-Raumtransporter «Dragon» in Empfang nehmen sollen. Der Start ist für diesen Samstag vom Weltraumbahnhof auf Cape Canaveral (Florida) zur ISS geplant. Das kalifornische Unternehmen SpaceX will seine unbemannte Kapsel mit dem Namen «Dragon» mit der ebenfalls selbst entwickelten Falcon 9-Trägerrakete ins All schießen.

Die Sojus TMA-04M mit den drei neuen ISS-Crewmitgliedern war wegen technischer Probleme mit fast sieben Wochen Verspätung am Dienstag vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) gestartet. An Bord waren die beiden russischen Kosmonauten Gennadi Padalka (53) und Sergej Rewin (46) sowie der Astronaut Joseph Acaba von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Für Acaba war die Ankunft auf der ISS zugleich ein besonderes Geburtstagsgeschenk. Er wurde 45 Jahre alt. Damit hat die ISS vorläufig wieder ihre sechsköpfige Sollstärke. Dort halten seit Dezember vorigen Jahres der Kosmonaut Oleg Kononenko, der Astronaut Donald Pettit und der niederländische Raumfahrer André Kuipers Wache. Die neue Langzeitbesatzung hatte eigentlich schon am 30. März starten sollen. Ursache der Verzögerung war nach russischen Angaben aber ein Defekt an der Landekapsel.

Insgesamt seien in den kommenden Monaten rund 200 Experimente geplant, darunter auch zur Frage des auffälligen Kalziumabbaus in den Knochen von Menschen während des Aufenthalts im Weltraum. Dazu habe die Sojus auch Fragmente menschlicher Knochen an Bord, hieß es.



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation