Wissenschaft
07.05.2012

Haben Dinosaurier-Pupse die Erde erwärmt?

Modell eines 12 Meter großen «Apatosaurus» auf der Insel Rügen: Haben Riesendinos wie er womöglich mit Methan die Erde erwärmt? Foto: Stefan Sauer

London (dpa) - Pflanzenfressende Riesendinos haben womöglich mit ihren Pupsen die prähistorische Erde erwärmt. Es sei anzunehmen, dass die Sauropoden ähnlich wie heutige Wiederkäuer Bakterien im Verdauungstrakt besaßen, die die Pflanzennahrung zerkleinerten und dabei das Treibhausgas Methan produzierten.

Das schreiben britische Wissenschaftler im Fachblatt «Current Biology» (Bd. 22, Nr. 9, R292). Die Forscher kalkulierten, dass die Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren mindestens ebenso viel Methan ausstießen, wie heute aus natürlichen Quellen und vom Menschen freigesetzt in die Atmosphäre gelangt.

Dass Rinder und andere Wiederkäuer mit dem Methanausstoß beim Rülpsen und Pupsen zur heutigen Klimaerwärmung beitragen, ist unter Klimaforschern unstrittig. Wenn das heute so ist - warum sollte es nicht zur Zeit der Dinosaurier genauso gewesen sein? Das fragten sich die Forscher um David Wilkinson von der Liverpool John Moores University (Großbritannien). Sie machten sich daran, das Ausmaß des Methanausstoßes anhand der geschätzten Zahl und des Körpergewichts von Sauropoden - Dinosaurier mit kleinem Kopf und langem Hals - zu kalkulieren.

Die Forscher gingen davon aus, dass einst auf einem Quadratkilometer Land etwa 200 000 Kilogramm Sauropoden-Biomasse lebte. Das entspricht etwa zehn ausgewachsenen Brontosauriern (Apatosaurus louisae) mit einem Körpergewicht von je 20 000 Kilogramm. Jedes Tier habe pro Tag etwa 1,9 Kilogramm Methan produziert, alle zehn Tiere zusammen rund 6,9 Tonnen pro Jahr.

Hochgerechnet ergebe dies eine globale Methan-Produktion durch die Sauropoden von 520 Millionen Tonnen im Jahr, errechneten die Wissenschaftler. Das entspreche in etwa der heutigen globalen Methan-Freisetzung aus natürlichen Quellen und durch die Aktivitäten des Menschen. Wiederkäuer produzierten heute etwa 50 bis 100 Millionen Tonnen Methan im Jahr. Die Sauropoden hätten vermutlich erheblich dazu beigetragen, das feuchte und warme Klima ihrer Zeit zu erhalten, fassen die Forscher als Vermutung zusammen.



Thema des Tages

Mindestens 91 Tote bei Tornado in Oklahoma

Washington (dpa) - Ein verheerender Tornado hat im US-Bundesstaat Oklahoma mindestens 91 Menschen in den Tod gerissen. Die Zahl der Verletzten ist noch Stunden nach der Katastrophe unklar. In einer Vorstadt von Oklahoma-City wurde eine Grundschule dem Erdboden gleichgemacht. Rettungskräfte suchen mit bloßen Händen nach Überlebenden. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Tornado wird zum Top-Thema auf Twitter
  • Report: Stunde Null in amerikanischer Kleinstadt
  • Hintergrund: «Twister» - US-Katastrophenfilm
  • Computer

    Yahoo macht New York zu neuem Standbein

    New York (dpa) - Der Umbau bei Yahoo geht weiter: Das kalifornische Internet-Unternehmen verstärkt sein Standbein in New York und richtet dort ein neues großes Büro ein. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Microsoft lüftet erste Geheimnisse seiner neuen Xbox
  • SAP stellt bis 2020 Hunderte Autisten ein
  • Tumblr-Gründer Karp - der spartanische Internet-Tycoon


  • Wissenschaft

    Amerikanische Zikadenart kann deutsche Weinstöcke bedrohen

    Veitshöchheim (dpa) - Deutsche Winzer fürchten sich vor einem nur wenige Millimeter großen Insekt - der amerikanischen Rebzikade. Denn das unscheinbare graubraune Tier kann enorme Schäden in den Weinbergen anrichten. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Vögel: Gute Taucher sind zwangsläufig schlechte Flieger
  • WHO warnt vor Gefahren durch neue Viren
  • Studie: Erde erwärmt sich langsamer als bisher berechnet
  • Börse