Computer und Co.
19.08.2019

Huawei bekommt weitere drei Monate Aufschub bei US-Blockade

Washington (dpa) - Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich weitere drei Monate lang nicht um Updates des Android-Systems und Zugang zu Apps sorgen.

Die US-Regierung verlängerte die Ausnahmeerlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster. Handelsminister Wilbur Ross machte zugleich deutlich, dass es sich um eine befristeten Aufschub handele. Die Verlängerung der Genehmigungen solle betroffenen Kunden mehr Zeit geben, nach Alternativen zu suchen.

«Während wir Verbraucher weiter dazu drängen, sich von Huawei-Produkten zu verabschieden, erkennen wir an, dass es mehr Zeit braucht, um jegliche Störungen zu vermeiden», sagte Ross. Der US-Regierung geht es auch darum, mögliche Ausfälle bei kleineren amerikanischen Mobilfunk-Anbietern in ländlichen Gegenden zu vermeiden, mit ihre Netze mit Sendetechnik von Huawei bestückt hatten.

Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google die mit seinem Betriebssystem Android laufenden Telefone mindestens bis Mitte November weiterhin in vollem Umfang mit Updates versorgen kann. Auch kann Huawei auf den Geräten weiterhin Googles App-Plattform Play Store sowie andere Dienste des Konzerns wie Karten und Websuche vorinstallieren.

Huawei hatte vor kurzem sein alternatives Betriebssystem Harmony OS vorgestellt, das nach Angaben des chinesischen Konzerns jederzeit Android auf seinen Smartphones ersetzen könnte.

Eine große Herausforderung bliebe aber auch dann, App-Entwickler davon zu überzeugen, angepasste Versionen für das Huawei-System zu produzieren. Ein US-Boykott könnte auch die Verwendung von Chips in Frage stellen, die auf der Technologie des britischen Chipdesigners ARM aufbauen, da ein Teil des ARM-Know-hows in den USA entwickelt wurde.

Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Die USA hatten Huawei im Mai auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben.

Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Huawei wird von den USA verdächtigt, für China zu spionieren. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht, Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Ross erklärte zugleich, 46 weitere Tochterunternehmen des Huawei-Konzerns würden auf die schwarze Liste gesetzt. Ein Großteil des Firmengeflechts von Huawei war bereits von der ursprünglichen Blockade-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump betroffen - die dann teilweise ausgesetzt wurde.



Thema des Tages

Brexit-Zeitplan: Was als nächstes ansteht

London/Brüssel (dpa) - Knapp sieben Wochen vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens am 31. Oktober geht das Ringen um den Brexit in die heiße Phase. Diese Termine sind absehbar: »weiter
Lesen Sie auch:
  • Boris Johnson hält Einigung bis zum EU-Gipfel für möglich
  • Start in die Klima-Entscheidungswoche
  • Angriff auf saudische Raffinerie: Trump droht mit Vergeltung
  • Computer

    Datenschützer verbietet AfD-Meldeportal «Neutrale Schule»

    Schwerin (dpa) - Das umstrittene AfD-Meldeportal «Neutrale Schule» ist in Mecklenburg-Vorpommern verboten worden. Die dort veröffentlichten Textpassagen, in denen Schüler zur Meldung angeblicher Verstöße von Lehrern gegen das Neutralitätsgebot aufgefordert werden, müssen bis 20. September entfernt werden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Paris will Entwicklung von Libra in Europa nicht erlauben
  • Online-Spiele in Ultra-Tempo: Tokyo Game Show öffnet Tore
  • Facebook sperrt Chatbot auf Netanjahus Profil wegen Hetze


  • Wissenschaft

    Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

    Bristol/Cambridge (dpa) - So schwierig sieht es doch nicht aus, gerade für eine mathematische Formel: 42 = x³ + y³ + z³ - doch gelöst wurde sie erst vor kurzem und mit allerhand Aufwand. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Schwarzes Loch in der Milchstraße scheint gefräßiger zu sein
  • Neuer Komet ist möglicherweise interstellarer Besucher
  • NDR: Pharmakonzerne entwickeln keine neuen Antibiotika mehr
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.391,50 -0,62%
    TecDAX 2.863,75 -0,29%
    EUR/USD 1,1059 -0,12%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation