Thema des Tages
22.07.2019

Spahn will Notaufnahmen mit vorherigen Prüfungen entlasten

Berlin (dpa) - Mit einer grundlegenden Reform der Notfallversorgung will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Rettungsstellen der Kliniken entlasten.

«Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu oft zu überlaufen», sagte Spahn am Montag in Berlin. Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf müssten oft zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Künftig soll deshalb stärker vorher entschieden werden, ob Patienten tatsächlich in die Notaufnahme kommen oder ob etwa ein zeitnaher Arzttermin reicht.

Ein Arbeitsentwurf für eine entsprechende Reform wurde nun an die Bundesländer zur weiteren Diskussion geschickt. Im Kern sieht der Vorschlag vor, dass fachkundiges Personal eine erste Einschätzung zum Bedarf eines Patienten gibt, bevor dieser zu einer ärztlichen Behandlung gelangt.

Als zentrale Lotsen sollen Gemeinsame Notfallleitstellen fungieren, die unter der Nummer 112 des Rettungsdiensts und der Nummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zu erreichen sein sollen.

Bei dem Anruf soll dann vorgeklärt werden, ob der Patient ins Krankenhaus kommt, ob der Bereitschaftsdienst zuständig sein soll oder auch eine normale Sprechstunde reicht.

Wer direkt ein Krankenhaus aufsucht, soll im dort angesiedelten Integrierten Notfallzentrum Hilfe bekommen. Diese Zentren sollen eine Notfallversorgung vornehmen und den Weg in eine stationäre Aufnahme oder ambulante Versorgung ebnen. Betrieben werden sollen die Zentren gemeinsam von den Kliniken und den KVen.

Ziel ist es dem Entwurf zufolge, dass die Notfallambulanzen der Krankenhäuser sowie die bereits heute von den KVen betriebenen Portalpraxen in den Klinikräumen in die neuen Zentren überführt werden. Patienten sollen nicht mehr entscheiden müssen, ob sie etwa eine Rettungsstelle oder Bereitschaftspraxis aufsuchen.

Die seit Jahren bestehenden Probleme bei der Notfallversorgung sollten an der Wurzel angepackt werden, sagte Spahn. Auch eine Grundgesetzänderung könne dazu nötig werden. Der Grund ist, dass heute die Länder für die Organisation des Rettungsdienstes verantwortlich sind, künftig der Bund hier aber Rahmenbedingungen festlegen können soll. Das Tempo der Reform hänge von den anstehenden Beratungen ab, sagte Spahn.

Die Reaktionen fielen gemischt aus. Die Bundesärztekammer bezweifelt, dass genug Geld und Ärzte vorhanden seien, wie sie in der «Rheinischen Post» (Online) betonte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung begrüßte, dass die Notfallversorgung reformiert werden solle, warnte aber vor der Zerstörung gewachsener Strukturen.



Thema des Tages

Was Scholz' Soli-Pläne für den Steuerzahler bedeuten

Berlin (dpa) - Die meisten Bundesbürger sollen ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen. Pro Jahr nimmt der Staat damit nach Rechnung des Finanzministeriums etwa 10,9 Milliarden Euro weniger ein - Geld, das die Steuerzahler sparen, die einen ein paar Hundert Euro, die anderen mehr als Tausend. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Polit-Chaos in Rom: Nun ist Präsident Mattarella am Zug
  • «Open Arms»: Migranten gehen in Italien von Bord
  • Trump sagt Besuch in Dänemark wegen Grönland ab
  • Computer

    Telekombranche setzt auf gute Geschäfte mit Gamern

    Köln (dpa) - Der Hoffnungsträger steht abseits. Während auf der Computerspielemesse Gamescom noch bis zum Wochenende Hunderttausende Zocker in die Kölner Messehallen strömen, befindet sich ein 50 Meter hoher Antennenturm ganz in der Nähe. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Gamescom öffnet fürs Publikum ihre Türen
  • Medien: Apple steckte Milliarden Dollar in Streaming-Inhalte
  • Neue App lässt Berliner Mauer in Augmented Reality erleben


  • Wissenschaft

    Fördert Luftverschmutzung psychische Erkrankungen?

    Chicago/Marburg (dpa) Luftverschmutzung beeinflusst möglicherweise die Häufigkeit psychischer Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Gesundheits- und Umweltdaten aus den USA und Dänemark. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • «Pac-Man» im Weltraum: Schwarzes Loch frisst Neutronenstern
  • Drogen statt Nektar: Biene Maja als Polizeischnüffler?
  • Fluginsekten liegen bei Zählaktion vorn
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.731,00 +0,69%
    TecDAX 2.753,75 +0,77%
    EUR/USD 1,1092 -0,06%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation