Computer und Co.
21.03.2019

Google förderte deutsche Medien mit über 20 Millionen Euro

Berlin (dpa) - Medien in Deutschland haben in den vergangenen vier Jahren Fördergelder in Höhe von knapp 21,5 Millionen Euro von Google erhalten. In den sechs Runden des «Digital News Innovation»-Fonds seien insgesamt 93 Projekte gefördert worden, teilte der Internet-Konzern in Berlin mit.

Damit landeten gut 15 Prozent der Fördermittel von insgesamt 140,7 Millionen Euro bei deutschen Medienhäusern.

In der aktuellen sechsten DNI-Förderrunde werden allerdings Medien aus Frankreich die höchsten Fördermittel erhalten. Hier wurden knapp 6,5 Millionen Euro für 19 Projekte und zwei Prototypen bei französischen Verlagen und Medienhäusern ausgeschüttet. Medien aus Deutschland, die sonst bei dem Google-Förderprogramm traditionell an der Spitze lagen, rutschten mit neun Projekten und fünf Prototypen mit einer Fördersumme von gut 3,2 Millionen Euro auf Platz zwei ab. Danach folgen Großbritannien (3,1 Mio.), Spanien (3,07 Mio.) sowie Dänemark und Polen (jeweils 1,0 Mio. Euro). Insgesamt schüttet der DNI-Fonds in diesem Jahr knapp 25,6 Millionen Euro aus.

In einer Mitteilung hob Google ein Projekt aus Frankreich hervor, bei dem mehr als 20 große Mediengruppen ein gemeinsames System entwickeln, mit dem Kunden sich für Dienste anmelden können (Single-Sign-On).

Die Digital-Einheit der Kölner Dumont Mediengruppe erhält 475 000 Euro für den Start eines lokalen Prämienprogramms. Mit dem Geld soll spielerisch das Kunden-Engagement und der E-Commerce auf der Website der «Hamburger Morgenpost» gefördert werden, indem registrierte Anwender mit einer virtuellen Währung belohnt werden. Diese kann auch für Produkte auf anderen Plattformen der Verlagsgruppe verwendet werden.

Zu geförderten DNI-Projekten in der sechsten Förderrunde gehört auch ein Projekt der Deutschen Presse-Agentur: «In der Zusammenarbeit mit unserer finnischen Partneragentur STT und führenden Verlagen wie Funke Digital, der Neuen Osnabrücker Zeitung und der Sanoma-Gruppe haben wir optimale Voraussetzungen, um neue Workflows und Konzepte zur besseren Nutzerbindung zu erproben», sagte Peter Kropsch, der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung. In dem Projekt «C-POP» (Content Performance Optimization Program) geht es um die Entwicklung und Erprobung eines integrierten Nachrichten-Zyklus, bei dem die Nachrichtenagentur Teile ihres Inhalte-Angebots nach den vom Verlagspartner gemessenen Nutzungsdaten steuert. Das Projekt solle dabei helfen, «aus untreuen Usern loyale Kunden zu machen».

Zu den DNI-Gründungsmitgliedern gehörten im April 2015 neben «Spiegel Online» unter anderem auch die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», «Die Zeit» und der Bauer-Verlag sowie News-Portale wie «Heise» und «Golem». Das Programm hieß ursprünglich «Digital News Initiative» und war auf Europa beschränkt. Inzwischen fördert Google weltweit Medien nach diesem Vorbild. Kritiker des DNI-Programms werfen Google vor, mit vergleichsweise kleinen Fördersummen die grundlegenden Interessensgegensätze zwischen dem Internetkonzern und den traditionellen Medien übertünchen zu wollen.



Thema des Tages

Geiselnahme in Lübecker Gefängnis beendet

Lübeck (dpa) - Fünf Stunden war eine Mitarbeiterin in der Gewalt eines Häftlings: Eine Geiselnahme im Gefängnis von Lübeck ist am Montag unblutig zu Ende gegangen. Laut Polizei konnte der Täter nach rund fünf Stunden «durch Spezialkräfte überwältigt werden und wurde dabei leicht verletzt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • DFB-Elf sichert sich gegen Südafrika den Gruppensieg
  • Rechtsextremistisches Motiv bei Lübcke-Mord vermutet
  • EU folgt US-Vorwürfen gegen Iran nicht
  • Computer

    «Top 500» der Supercomputer: Ohne «Petaflops» geht nichts

    Frankfurt/Main (dpa) - Die Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt hat in ihrem 26. Jahr einen Meilenstein erreicht: Erstmals kommt selbst der an letzter Stelle gelistete Rechner auf eine Leistung im Petaflops-Bereich. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Auch Huawei verschiebt Start seines Auffalt-Smartphones
  • Netzagentur verliert Gmail-Streit mit Google vor EuGH
  • Dropbox probt mit Teamlösung den Neuanfang


  • Wissenschaft

    Riesige Schwammspinner-Plage in Gunzenhausen und Gera

    Gunzenhausen/Gera (dpa) - Zu Tausenden bevölkern die schwarzen, haarigen bis zu sieben Zentimeter langen Tierchen Gärten und Häuser und sogar das Freibad in Gunzenhausen: Schwammspinner-Raupen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Woher kommt der süße Blick von Hunden?
  • Den Rollstuhl mit Gedanken lenken: Ein Praxistest
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.101,50 +0,04%
    TecDAX 2.793,75 -0,01%
    EUR/USD 1,1229 +0,07%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation