Computer und Co.
05.03.2019

Huawei eröffnet Zentrum für Cybersicherheit in Brüssel

Brüssel (dpa) - Der chinesische Technologiekonzern Huawei hat ein neues europäisches Transparenzzentrum für Cybersicherheit in Brüssel eröffnet.

Das derzeit von vielen Seiten in den Verdacht der Cyberspionage geratene Unternehmen will dort auch Regierungsbehörden, technischen Experten, Branchenverbänden und Normungsorganisationen eine Plattform bieten, um gemeinsam an künftigen Standards zu arbeiten. Vor allen dürfte Huawei damit aber auch die in Europa zuletzt gewachsenen Sicherheitsbedenken zerstreuen wollen.

«Wir glauben, dass dies ein wirksames Modell ist, um Vertrauen für das digitale Zeitalter aufzubauen», sagte Huaweis stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender Ken Hu. Vertrauen müsse aber auf überprüfbaren Fakten anhand gemeinsamer Standards basieren. Das Vertrauen in Cybersicherheit sei «eine der größten Herausforderungen, vor der die Welt im digitalen Zeitalter» stehe.

Zuletzt waren Sicherheitsbedenken gegen das chinesische Unternehmen auch in Brüssel gewachsen. EU-Digitalkommissar Andrus Ansip verwies darauf, dass chinesische Firmen gezwungen seien, mit staatlichen Geheimdiensten ihres Landes zusammenzuarbeiten. Dem Nachrichtenportal «Euraktiv» zufolge waren Ansip und Hu einen Tag vor der Eröffnung des Brüsseler Zentrums am Montag noch zu Gesprächen zusammengetroffen.

In dem neuen Zentrum in Brüssel will Huawei zudem die Kommunikation mit verschiedenen Interessengruppen über Sicherheitsstrategien und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erleichtern. Gemeinsam mit Industrie-Partnern sollen Sicherheitsstandards und Verifizierungsmechanismen entwickelt werden.

Es ist das dritte europäische Zentrum des Unternehmens: In Deutschland betreibt das Unternehmen in der Nähe von Bonn ein Forschungslabor, das im letzten Jahr im Beisein von Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik BSI, eröffnet wurde. In Paris unterhält Huawei seit 2016 ein Forschungszentrum für Mathematik.



Thema des Tages

Fall Lübcke: Schäuble verlangt Reaktion des Rechtsstaates

Berlin (dpa) - Mit Blick auf den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine konsequente Reaktion des Rechtsstaates verlangt. «Das Machtmonopol des Staates ist dazu da, dass es auch angewandt wird. Konsequent und durchschlagend.» »weiter
Lesen Sie auch:
  • Geständnis im Mordfall Lübcke: Zweifel an Einzeltäter-These
  • Glutofen: Hitzewelle bringt Deutschland zum Schwitzen
  • Streit um Pkw-Maut: Scheuer verteidigt sich im Bundestag
  • Computer

    EU-Wettbewerbshüter nehmen US-Chipriesen Broadcom ins Visier

    Brüssel (dpa) - Der US-Chipkonzern Broadcom ist wegen möglicherweise illegaler Wettbewerbspraktiken ins Visier der EU-Kommission geraten. Eine förmliche Untersuchung sei eingeleitet worden, teilte die Brüsseler Behörde mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple Pay bei Sparkassen nun ohne Girocard-Unterstützung
  • Unionsfraktion will mit digitalem Euro Libra paroli bieten
  • Globale Hacker-Attacke auf Mobilfunk-Betreiber aufgedeckt


  • Wissenschaft

    Studie: Jeder 7. Befragte hat Erfahrung mit Depressionen

    Berlin (dpa) - Fast jeder siebte Bundesbürger, der bei Deutschlands großer Gesundheitsstudie Nako mitmacht, war schon einmal wegen einer Depression beim Arzt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Ausgestorbene Arten wiederbeleben: Geniestreich oder Gefahr?
  • SpaceX-Rakete bringt Satelliten ins All
  • Darmbakterien können sportliche Leistung erhöhen
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.254,50 +0,21%
    TecDAX 2.819,00 -0,73%
    EUR/USD 1,1366 -0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation