Computer und Co.
21.11.2018

Zuckerberg will Verwaltungsratsvorsitz nicht abgeben

Menlo Park (dpa) - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat nach dem jüngsten Skandal um das weltgrößte Online-Netzwerk bekräftigt, dass er trotz aller Kritik den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten will.

Es sei «nicht der Plan», den Posten aufzugeben, sagte er in einem Interview des Senders CNN. Zuckerberg ist gleichseitig auch Konzernchef (CEO). Er stellte sich auch klarer als bisher hinter Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.

Er hoffe, mit ihr noch «Jahrzehnte» lang zusammenzuarbeiten, sagte der Facebook-Gründer in dem in der Nacht zum Mittwoch ausgestrahlten Interview.

Die Führungsspitze von Facebook war wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem die «New York Times» enthüllte, dass das Online-Netzwerk eine PR-Firma beschäftigte, um Kritiker in ein schlechtes Licht zu rücken.

Zuckerberg betonte, dass er erst aus der Zeitung davon erfahren habe, und ließ die Geschäftsbeziehung zu der PR-Firma Definers umgehend auflösen. Inzwischen übernahm der scheidende Politik-Chef Elliott Schrage die Verantwortung für die Zusammenarbeit mit Definers in einer internen E-Mail, wie das Technologieblog «TechCrunch» am Mittwoch berichtete.

Sandberg - die seit Jahren als Zuckerbergs rechte Hand gilt - kümmert sich neben dem Werbegeschäft auch um politische Fragen. Deshalb sahen Branchenbeobachter ihre Position nach dem PR-Debakel geschwächt. Zuckerberg goss dazu selbst Öl ins Feuer als er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten ungewöhnlich zurückgenommen sagte, Sandberg leiste «insgesamt» gute Arbeit.

Facebook rutschte in diesem Jahr in tiefe Krisen unter anderem mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica und einem Hackerangriff, der rund 30 Millionen Nutzer betraf. Vor diesem Hintergrund forderten Facebook-Kritiker - aber zum Teil auch Investoren - Zuckerberg solle den Vorsitz im Verwaltungsrat abgeben, um mehr externe Aufsicht zuzulassen. Der Gründer hat die Firma allerdings fest im Griff, weil seine Aktien mehr Stimmrechte als bei gewöhnlichen Investoren haben. Damit kann keine Entscheidung gegen seinen Willen getroffen werden.



Thema des Tages

Letzter Tag der Münchner Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten stehen bei der Münchner Sicherheitskonferenz am dritten und letzten Tag im Zentrum. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Drama «Synonyme» gewinnt den Goldenen Bären
  • Schauspieler Bruno Ganz gestorben
  • USA behandeln europäische Autos als Sicherheitsgefahr
  • Computer

    5G: Eilantrag von Vodafone könnte Frequenzauktion verzögern

    Köln (dpa) - Der Widerstand gegen Mobilfunk-Ausbauregeln der Bundesnetzagentur verstärkt sich. Nach Telefónica reichte mit Vodafone ein weiterer Netzbetreiber Antrag auf Eilrechtsschutz beim Kölner Verwaltungsgericht ein, wie ein Behördensprecher sagte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • IT-Verband gegen Smartphone-Verbot für Kinder unter 14
  • Facebook droht Milliarden-Datenschutzstrafe in den USA
  • Deutschland will bei Künstliche Intelligenz aufholen


  • Wissenschaft

    Zecken breiten sich aus: Höchststand bei Hirnentzündung FSME

    Berlin (dpa) - In Deutschland sind 2018 überdurchschnittlich viele Menschen an der von Zecken übertragenen Hirnentzündung FSME erkrankt. Zudem gab es bei den Risikogebieten einen Sprung nach Norden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • In die Fotofalle getappt: Seltener schwarzer Leopard gefilmt
  • Nasa gibt Mars-Rover «Opportunity» auf
  • Neue Schildkrötenart steht kurz vor Ausrottung
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.337,50 +0,33%
    TecDAX 2.593,00 +0,35%
    EUR/USD 1,1293 -0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation