Computer und Co.
16.10.2018

Großes Interesse an neuen Mobilitätsangeboten in den Städten

Berlin (dpa) - Das eigene Auto anderen zur Verfügung stellen oder eine Strecke mit weiteren Fahrgästen gemeinsam zurücklegen - laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom stoßen solche Konzepte angesichts des wachsenden Verkehrs in den Städten bei Bürgern auf großes Interesse.

Demnach sehen 90 Prozent der Menschen in Deutschland Vorteile in Konzepten wie Car-Sharing oder Ride-Sharing. Damit sich solche Angebote breiter etablieren, müssten aber auch rechtlich die Weichen gestellt werden, forderte der Verband. In Berlin diskutierte der Bitkom mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft über die nötigen Schritte.

«Wenn wir die Grenzwerte in den Städten unterschreiten wollen, brauchen wir ein neues und digitales Mobilitätsmanagement», sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). «Wir brauchen nicht weniger, sondern besser organisierte Mobilität», die effizienter und sauberer sei. Aktuell gebe es für den Schritt vom analogen ins digitale Zeitalter die «einmalige Situation der vollen Kassen». In den Ausbau der Infrastruktur und in die Entwicklung neuer Konzepte will Scheuer in diesem Jahr 17 Milliarden Euro investieren.

Neue Mobilitätskonzepte hätten das Potenzial, unsere Gesellschaft komplett zu verändern und massiv zu verbessern, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Mobilität müsse individuell sein, doch es gehe auch darum, wie man bruchlos zwischen den verschiedenen Angeboten wechseln könne.

Neuen Ideen stünden aber oft jahrzehntealte, innovationsfeindliche Regelungen entgegen, kritisierte Berg. Es bedürfe einer dringenden Modernisierung etwa des Personenbeförderungsgesetzes. Zum Beispiel durch die Abschaffung der Rückkehrpflicht für Mietwagen mit Chauffeur könnten unökologische Leerfahrten vermieden werden. Die aktuellen Regelungen sehen vor, dass solche Fahrzeuge erst zu ihrem Standort zurückfahren müssen, bevor sie einen neuen Auftrag annehmen dürfen. Diese Regelung soll vor allem verhindern, dass neue Anbieter mit der traditionellen Taxi-Branche direkt konkurrieren. Eine völlige Liberalisierung werde allerdings auch nicht die erhofften Folgen haben, sagte Stefan Gelbhaar von der Grünen-Bundestagsfraktion. Car- und Ride-Sharing-Angebote müssten dafür den Verkehr sinnvoll ergänzen. Und die Angebote - im öffentlichen Nahverkehr wie bei den ergänzenden Konzepten - müssten vor allem einfach zu nutzen sein.

In den USA habe das Wachstum von Sharing-Angeboten in manchen Städten sogar zu zusätzlichen Staus geführt, weil mehr Autos auf die Straße gekommen seien, sagte Michael Barrilère-Scholz von der Firma Ioki. Das Start-up bietet in Hamburg in Kooperation mit dem öffentlichen Nahverkehr einen Shuttle-Service in Randgebieten der Stadt an. Wichtig sei es, dass entsprechende Dienste eng mit existierenden öffentlichen Angeboten verzahnt werden.

Dass neue Mobilitätsangebote allein nicht automatisch die Straßen entlasten, darüber waren sich die Vertreter einig. Dafür brauche es etwa auch eine Qualitätsoffensive des öffentlichen Nahverkehrs, sagte Marion Jungblut vom Verbraucherzentrale Bundesverband VZBV. Die Angebote müssten Hand in Hand gehen mit der städtischen Verkehrslenkung, sagte auch Michael Fischer von der Volkswagen-Firma Moia, die etwa in Hannover ein Ride-Sharing-Angebot betreibt. Dies fehle aber bislang weitgehend.



Thema des Tages

CIA sieht saudischen Kronprinz hinter Tod Khashoggis

Washington/Kairo (dpa) - Neue Erkenntnisse in der Affäre um den getöteten Journalisten Jamal Khashoggi bringen US-Präsident Donald Trump in Zugzwang. Die CIA kommt nach Medienberichten zu der Einschätzung, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Regierungskritikers in Istanbul befohlen hat. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Frau stirbt bei Protest gegen hohe Spritpreise in Frankreich
  • Dem Ziel so nah - Tausende Migranten harren an US-Grenze aus
  • Berichte: Minister wollen Brexit-Nachverhandlung erzwingen
  • Computer

    Schärfere Auflagen für Netzbetreiber bei 5G-Lizenzen

    Bonn (dpa) - Bei der Lizenzvergabe für den zukünftigen schnellen Mobilfunk-Standard 5G zeichnen sich härtere Anforderungen an Netzbetreiber ab. Die Vorgaben gehen aber nicht so weit, wie aus der Politik gefordert. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • «Krypto-Kater»: Bitcoin-Flaute lässt Aktie von Nvidia fallen
  • Facebook-Chef: Wusste nichts von Kampagne gegen Kritiker
  • Dell will für Börsennotierung tiefer in die Tasche greifen


  • Wissenschaft

    Sternschnuppen der Leoniden kommen

    Berlin (dpa)- Freunde von Sternschnuppen dürfen sich freuen: Die Leoniden erreichen in der Nacht von diesem Samstag auf Sonntag ihren Höhepunkt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Frühgeborene: Der Start ins Leben gelingt immer besser
  • Wie lange wird es die ISS noch geben?
  • Besser schlafen mit Bach oder Ed Sheeran
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.393,00 +0,46%
    TecDAX 2.580,25 +0,42%
    EUR/USD 1,1419 +0,03%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation