Computer und Co.
19.09.2018

IBM will «Black Box» der Künstlichen Intelligenz lüften

Berlin (dpa) - IBM will mit einem neuen Software-Werkzeug mehr Transparenz in Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) bringen und damit das Vertrauen in solche Lösungen stärken.

Die Software öffne die «Black Box» der KI und erkenne automatisch mögliche Verfälschungen bei den Ergebnissen, teilte das Unternehmen mit. «Alle Entscheidungen, die Künstliche Intelligenz trifft, haben ihre Basis in den eingegebenen Daten», erklärte Wolfgang Hildesheim, der bei IBM in Deutschland für KI zuständig ist. «Da kann der Algorithmus so gut sein, wie er will.» IBMs neue Technologie überprüfe etwa, ob eine ausgewogene und signifikante Datenbasis vorliege und damit auch tatsächlich verlässliche und relevante Ergebnisse geliefert werden können.

Das Werkzeug soll in Echtzeit Licht ins Dunkel bringen, wie eine KI-Anwendung zu ihren Entscheidungen kommt. Soll sie etwa den Bankberater dabei unterstützen, über die Kreditwürdigkeit eines Kunden oder geeignete Finanzprodukte zu entscheiden, müsse die entsprechende KI-Datenbasis so neutral und ausgewogen wie möglich sein. Der Service lasse sich auf verschiedenen Plattformen für maschinelles Lernen innerhalb IBMs Cloud-Angebot nutzen, sagte Hildesheim. Einen Teil der Lösung will das Unternehmen zudem allen Entwicklern aus der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung stellen.

IBM wolle damit vor allem auch das Vertrauen in KI-Systeme stärken. «Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen», sagte Hildesheim. Eine Studie des Unternehmens habe jüngst herausgefunden, dass 82 Prozent der Unternehmen gerne Künstliche Intelligenz zur Umsatzsteigerung nutzen würde. 60 Prozent der insgesamt 5000 befragten Entscheider hätten allerdings angegeben, dass sie Sorge haben, für mögliche Fehlentscheidungen der Systeme zur Verantwortung gezogen zu werden. 63 Prozent fehlt nach eigener Einschätzung das Know-how.



Thema des Tages

Tarifstreit: Deutsche Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt und sich auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Deutsche Wirtschaft schlägt Alarm: Sorgen vor Chaos-Brexit
  • UN-Klimaverhandlungen ziehen sich
  • 49 Stunden Angst
  • Computer

    Datenpanne bei Facebook: Entwickler hatten Zugang zu Fotos

    Menlo Park (dpa) - Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Apps im September mehrere Tage lang zu weitreichenden Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple-Chef: Datenhunger könnte Meinungsfreiheit bedrohen
  • YouTube-Jahresrückblick knackt Negativrekord
  • Datenschutz-Klage gegen Facebook vor dem BGH


  • Wissenschaft

    Blink Blink: Wie wir mittels Blinzeln kommunizieren

    Nijmegen (dpa) - Die Art zu Blinzeln hat Einfluss auf das Redeverhalten eines Gesprächspartners. Darauf weisen Ergebnisse vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen hin. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Israelische Forscher verwandeln Kot in Kohle
  • Leben von 1,7 Millionen Neugeborenen können gerettet werden
  • Mehr extreme Niederschläge und Trockenheit wegen Klimawandel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.813,50 -1,02%
    TecDAX 2.503,50 -1,72%
    EUR/USD 1,1306 -0,46%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation